Audi-Chef Rupert Stadler hat Pläne zum Umbau des Vorstands der VW-Tochter bestätigt. „Vor dem Hintergrund der Audi-Strategie 2020 wäre es fahrlässig, sich keine Gedanken über die Teamaufstellung zu machen“, sagte Stadler im Interview mit der „WirtschaftsWoche“. Gerüchte über einen Umbau des Vorstandes im Audi-Konzern kamen bereits nach der Ducati-Übernahme im April auf.
Stadler erklärte nun: „Wir wollen in China unseren Output mittelfristig auf 700.000 Autos pro Jahr ausbauen, die geplante Fabrik in Mexiko an unser System andocken, in den USA und Lateinamerika massiv wachsen.“Zudem sei mit Ducati eine Premiummarke erworben worden, die laut Stadler „eine wichtige Rolle spielen wird bei der Entwicklung zukunftsweisender Mobilitätskonzepte“. In diesem Zusammenhang werde „natürlich“ auch über Organisation und Struktur diskutiert, wie er betonte. Entscheidungen seien aber noch keine gefallen. „Gäbe es etwas zu verkünden, würde ich es tun.“
Einen zusätzlichen Vorstandsposten für Frauen wird es in der Audi-Chefetage auch bei einer Neuordnung nicht geben: Stadler: „Ich halte nichts von Schaufensteraktionen. In unserer Branche ist es wichtig, mehr junge Frauen für Technik und Management zu begeistern. Wenn wir das schaffen, werden wir auch in Führungspositionen mehr Frauen sehen.“ Grundsätzlich sei die Besetzung eines Vorstandspostens „keine Frage des Geschlechts, sondern der Kompetenz“. Dennoch: Laut Stadler will Audi „mit klaren Zielen die Zahl der Frauen in Führungspositionen erhöhen“.
Bereits ab April hatte verschiedene Medien über einen möglichen bevorstehenden Vorstandsumbau berichtet. So hieß es etwa, dass Vertriebschef Peter Schwarzenbauer durch VW-Marketingchef Luca de Meo ersetzt werden könnte. Denkbar sei auch, dass Entwicklungschef Michael Dick (60) in den Ruhestand geht und Platz für Wolfgang Dürheimer mache, den bisherigen Chef der VW-Töchter Bentley und Bugatti. Audi-Aufsichtsratschef und Volkswagen-Boss Martin Winterkorn hatte die Berichte vor rund 14 Tagen nicht wirklich deutlich dementiert.
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