Trotz der erheblichen Absatzprobleme will der Chef des Mineralölkonzerns Shell, Peter Voser, den Biosprit E10 in Deutschland nicht aufgeben. „Politik, Unternehmen, Verbände und Autohersteller sollten alles daran setzen, E10 gesellschaftsfähig zu machen“, sagte Voser der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Biokraftstoffe könnten in Deutschland und weltweit dazu beitragen, den CO2-Ausstoß im Verkehr um 70 bis 90 Prozent zu verringern. „Wir machen es in anderen Ländern auch, aber in Deutschland wurden wir von der Wucht des Gegenwindes sehr überrascht.“ Es sei ein schwieriger Weg, die Autofahrer von E10 zu überzeugen. „Aber Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut“, sagte Voser am Rande des Shell-Energie-Dialogs.
Zuletzt wurden bei Ottokraftstoffen in Deutschland nach Schätzungen des Mineralölwirtschaftsverbands nur zehn Prozent E10 verkauft – daher drohen wegen Nichterfüllung der Biokraftstoffquote hohe Strafzahlungen, die auf die Spritpreise umgelegt werden sollen.