[Feature] Renault Clio Luxe dCi 85 FAP

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Heute erscheinen Kleinwagen fast wie die Krönung der Automobilbaukunst. Waren dereinst Käufer solcher Fahrzeuge eher klamm, gelten sie inzwischen als clever – denn Clio, Fabia, Polo & Co. bieten ein Niveau, von dem noch vor wenigen Jahren so mancher Fahrer einer Mittelklasse-Limousine nur träumen konnte. Mehr als zehn Millionen Clio hat Renault seit Einführung der Baureihe im Jahr 1990 hergestellt. In Deutschland zählt der Kleinwagen auch in diesem Jahr zu den Topsellern der Marke. Zu Recht – denn mit dem 85 PS-Diesel ist der Clio gut bedient, bietet ordentlichen Komfort für seine Klasse sowie fünf Sterne im EuroNCAP-Crashtest und besitzt serienmäßig ESP, was in dieser Klasse noch immer nicht Standard ist.

Äußerlich hat Renault die aktuelle Clio-Generation dem aktuellen Familiengesicht angepasst. Verarbeitung und Finish der Karosserie machen einen guten Eindruck. Im Innenraum dominieren Kunststoffelemente, die zwar ordentlich verarbeitet sind, aber keinen besonders hochwertigen Eindruck hinterlassen. Mit den diversen Bedienelementen findet man sich rasch zurecht. Lediglich das eingebaute Navigationsgerät fällt da aus dem Rahmen: Es irritierte manchmal bei der Wahl der Routen. Zudem ist die Programmierung über eine separate Fernbedienung umständlich, und wer die Fernbedienung nicht ordentlich in ihrem separaten Fach verstaut, sucht sie immer wieder. Nachbesserungspotenzial zeigt der kompakte Renault zudem im Kapitel Ablagen: Es gibt zu wenige, und diese sind zu klein.

Vorne ist das Raumangebot geradezu üppig, die Kopffreiheit höchst angenehm, und auch mit den Schultern kommt man sich nicht ins Gehege. Des Fahrers Rundumsicht wird allerdings nach hinten durch die breiten C-Säulen geschmälert. Die Frontsitze machen auch längere Fahrten nicht zur Strapaze. Das Gestühl fällt allerdings insgesamt etwas weich aus. Vorne wäre zudem ein wenig mehr Seitenhalt wünschenswert. Auf den Rücksitzen ist das Platzangebot vergleichsweise bescheiden. Der mittlere Sitz kann allenfalls als Notlösung durchgehen. Der Kofferraum fasst passable 288 Liter. Zum Umlegen der Rücklehnen müssen die hinteren Sitzflächen vorgeklappt werden. Allerdings entsteht kein ebener Ladeboden, eine störende Stufe bleibt. Immerhin lassen sich so bis zu 1038 Liter Gepäck verstauen.

Ob beladen oder nicht – das Fahrwerk des Clio weist eine gelungene, wenngleich tendenziell straffe Abstimmung auf. Lange Unebenheiten werden gut vor den Insassen verborgen, und auch kurze werden hinreichend gefiltert. Selbst bei zügiger Kurvenfahrt bleibt der Fronttriebler sicher in der Spur, mit einer leichten Tendenz zum Untersteuern. Werden Kurventempo und -verlauf zu optimistisch eingeschätzt, greift das ESP sichernd ein. Schaltung, Lenkung und die Bremsen unterstützen den sicheren und unproblematischen Fahreindruck. Der Diesel-Turbo mit seinen 86 PS stellt keinen Ausbund an Temperament dar, hält sich allerdings akustisch angenehm zurück und überlässt bei höherem Autobahntempo moderaten Wind- und Abrollgeräuschen den Vortritt.

In der Summe seiner Eigenschaften wird es dem Clio auch jenseits der Abwrackprämie weiterhin gelingen, sich als interessantes Angebot in seiner Klasse darzustellen. Er bietet Größe auf kompaktem Raum bei einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings sollte man vor der Entscheidung für den Diesel den spitzen Bleistift zücken und genau berechnen, ob sich angesichts der jährlichen Fahrleistungen der Selbstzünder rechnet. /ddp/nom/mhi

Posted on Dez. 30, 2009 in MotorBlog News

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