Die beiden Spitzenkandidaten der Grünen, Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin, haben sich für die steuerliche Förderung des Kaufs von Elektroautos in Deutschland ausgesprochen. Dass es in Deutschland derzeit nur rund 7000 Elektroautos gebe, habe mit „fehlenden Anreizen zu tun“, sagte Göring-Eckardt im Interview mit der Zeitschrift auto motor und sport. „Es muss eine andere steuerliche Förderung geben.
Das Anschaffen von Elektroautos muss sich so sehr lohnen, dass die Fuhrparks sich umstellen“, so die grüne Spitzenkandidatin.
„60 Prozent der Fahrzeuge werden als Dienstwagen verkauft. Da müssen wir zu neuen Regelungen kommen“, ergänzt Trittin. „Wenn man das Dienstwagen-Privileg mit Blick auf Verbrauchsobergrenzen deckeln und besondere Anreize für sehr effiziente Fahrzeuge schaffen würde, dann kämen sehr schnell Fahrzeuge in Deutschland auf den Markt, die beides verknüpfen.“
Kein Verständnis haben die Grünen, dass die Autoindustrie schärfere CO2-Grenzwerte durch gezielte Lobbyarbeit bei Bundeskanzlerin Angela Merkel verhindert hat.
„Das hat schon auch etwas damit zu tun, wie kurz der Draht zur jeweiligen Bundesregierung ist. Und bei dieser Bundeskanzlerin ist er sehr kurz: Was die Autoindustrie fordert, erfüllt Angela Merkel umgehend. Unterstützt von ihrem Staatsminister Eckart von Klaeden, der in einigen Monaten hochbezahlter Cheflobbyist von Daimler wird“, kritisiert Trittin.
„Nur erweist Angela Merkel der deutschen Autoindustrie damit einen Bärendienst, da diese im weltweiten Wettbewerb abgehängt wird, wenn sie nicht Vorreiter ist. Das ist auch deshalb sehr kurzfristig gedacht, weil die deutschen Ingenieure und Hersteller eigentlich in der Lage sind, das zu liefern, was erforderlich ist.“