[FEATURE] Mercedes E-Klasse T-Modell – Das Raumfahrzeug der Sternenflotte

Stuttgart (ddp). Mercedes-Chef Dieter Zetsche liebt flotte Formulierungen. So charakterisiert er das neue E-Klasse T-Modell flugs als «das Raumfahrzeug der Sternenflotte». Zwar ist dessen Ladevolumen kaum gewachsen – doch bereits der Vorgänger besaß Staukapazität wie kaum ein anderer. Als Fünfsitzer fasst das neue T-Modell 695 Liter. Werden alle Fondsitze flach geklappt, nimmt es der Kombi bei annähernd zwei Kubikmetern Ladevolumen fast mit einem Kleintransporter auf. Und bedarfsweise kann er auch als Kleinbus zum Einsatz kommen. Als Einziger dieser Klasse bietet das T-Modell die Option auf zwei weitere Sitze in der dritten Reihe. Kinder können dort durchaus kommod reisen.

Technisch zeigt sich der Kombi als deutlich komfortorientiert mit zahlreichen Nettigkeiten, die den automobilen Alltag leichter oder bequemer machen. Weitaus weniger nett präsentiert sich die Preisliste: Geht es nach den Vorstellungen von Mercedes, wechselt kein «Premium Lifestyle Kombi» (O-Ton Mercedes) für weniger als 42 000 Euro den Besitzer.

Ohne Frage: Das T-Basis-Modell ist kein Schnäppchen. Aber zumindest ist es besser als seine Vorgänger ausgestattet. Inklusive sind neun Airbags, unter anderem für die Becken von Fahrer und Beifahrer, ein Müdigkeitswarner, ein CD-Radio mit großem Farbdisplay und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Hinzu kommen elektrisch verstellbare Vordersitze.

Mercedes‘ Bemühungen um Feinschliff und Verbesserungen im Detail werden bereits beim ersten Kontakt offenbar. So kann beispielsweise die Heckklappe automatisch mit dem Fahrzeugschlüssel oder einem Druck auf den Griff geöffnet werden. Das wird sogar aufpreisfrei geliefert. Ein sogenanntes «Quickfold»-System ermöglicht das Umklappen der 1/3 zu 2/3 geteilten Rücksitzlehne über einen Seilzug vom Kofferraum aus. Dazu müssen weder die Kopfstützen noch die Sitzflächen der Fondsitzanlage vorher verstellt oder umgeklappt werden, damit eine ebene Ladefläche entsteht. Ebenfalls leichter zu bedienen als bisher ist das Gepäckrollo. Es schwingt nun gemeinsam mit der Heckklappe auf. Solche und ähnliche Verbesserungen finden sich rundum.

Das Design des Kombis wirkt gelungen und etwas harmonischer als bei der Limousine, denn die zusätzlichen Seitenfenster strecken die Karosserielinie optisch. Im Interieur grüßen die Stufenheck-Brüder. Auch fahrwerks- und motorentechnisch kommt der Edel-Kombi ihnen sehr nahe. Trotz kombispezifisch strafferer Dämpfer und Stabilisatoren und dank serienmäßigem adaptivem Dämpfungssystem werden Bodenwellen jeglicher Art den Insassen souverän verborgen. Dieses hohe Niveau bleibt auch im Kapitel Fahrsicherheit und Dynamik erhalten. Naturgemäß ist das T-Modell kein Kurvenräuber, selbst wenn von der Motorisierung her reichlich Leistungspotenzial vorhanden ist.

Beim Start des neuen T-Modells umfasst das Motorenprogramm fünf Triebwerke von 170 PS bis 388 PS. Fünf weitere Motorvarianten folgen im nächsten Jahr. Die neu- oder weiterentwickelten Aggregate bieten bei weniger Hubraum mehr Leistung als die früheren Motoren und sollen – so Mercedes – durch die Bank sparsamer als bislang sein. Für den Einstiegs-Diesel, den E 220 CDI BlueEfficiency mit 170 PS, nennt Mercedes einen Durchschnittsverbrauch von 5,7 Litern. Erfahrungsgemäß wird dieser Papierwert dem Alltag nicht standhalten – aber das ist bei anderen Neuerscheinungen nicht anders.

Die Pole Position in der fünften T-Generation hält das neue E 63 AMG T-Modell: Der Power-Kombi (Preis: 108 409 Euro) leistet 525 PS, beschleunigt in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h (Werksangabe) und das «bei einem vergleichsweise niedrigen Verbrauch von 12,8 Litern je 100 km», so Mercedes.

Posted on Okt. 28, 2009 in MotorBlog News

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