Keine Privatsphäre wegen Tracking auf Pornoseiten

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Google, Facebook & Co tracken User sogar in der Rotlichtzone, wie eine Forschergruppe herausgefunden hat. Vor dem Tracking auf Pornoseiten schützt auch der Inkognito-Modus des Webbrowsers nicht.

Daten werden seltenst verschlüsselt übertragen

Auch auf Sex-Seiten werden Internet-Nutzer bei ihren Aktivitäten mithilfe von Trackern und Cookies verfolgt. Die Tracking Daten landen bei Unternehmen wie Google oder Facebook und werden in den seltensten Fällen verschlüsselt übertragen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Carnegie Mellon University, der University of Pennsylvania und von Microsoft, die rund 22.000 Porno-Websites untersucht haben.
Sage und schreibe 93 Prozent der Seiten mit pornografischen Inhalten geben demnach Daten an Dritte weiter. Dies geschieht insbesondere durch den Einsatz von Trackern, die entweder direkt auf den Pornoseiten eingebettet sind oder über Cookies hinterlassen werden.

Inkognito-Modus verhindert das Tracking auf Pornoseiten nicht

Die Tracking Daten landen bei Unternehmen wie Google oder Facebook und geben preis, welche Inhalte Nutzer anklicken. Nur bei wenigen Webseiten werden die Informationen verschlüsselt an die Drittfirmen übertragen. Allein anhand der URL einer Website könnten Drittfirmen oft in der Lage sein, Rückschlüsse auf sexuelle Vorlieben zu ziehen.

Keine Privatsphäre auf Pornoseiten

Die Forscher haben Tracker des Tech-Giganten Google auf drei Viertel der Pornoseiten gefunden, des Software-Riesen Oracle auf einem Viertel und Tracker des Social-Network-Primus Facebook auf jeder zehnten Cybersex-Seite im Web. Vor diesem Tracking schützt auch der Inkognito-Modus von Webbrowsern nicht, der privates Surfen verspricht.

Unverschlüsselte Weitergabe von Daten

Im Durchschnitt fliessen vom Tracking der Untersuchung nach von Pornoseiten Daten an sieben Drittunternehmen. 17 Prozent der Porn-Websites verschlüsseln laut der Forschergruppe die Daten nicht.

In der Top-Ten-Rangliste der meist gefundenen Tracker folgt nach Google an erster Position das spanische Werbe-Unternehmen ExoClick, das wie auch die niederländischen Ad-Netzwerke JuicyAds (Platz 4) und Ero-Advertising (Platz 6) laut den Forscher auf pornografische Seiten ausgerichtet ist.

Für die Untersuchung setzten die Wissenschaftler die Open-Source-Software webXray ein, die den gesamten Netzwerk-Traffic beim Laden einer Webseite analysiert und erkennt, ob Daten an Dritte gesendet werden.

Tracking Pornoseiten: Keine personalisierte Werbung zu Daten aus Porn-Sites

Gegenüber der «New York Times» erklärten Google und Facebook, von ihren Trackern gesammelte Daten auf Pornoseiten nicht zu verwenden, um Marketingprofile für personalisierte Werbung zu erstellen. Google-Werbung sei auf Seiten mit pornografischen Inhalten nicht erlaubt.

Facebook gab an, dass es Sex-Websites laut den Firmenrichtlinien verboten sei, Tracking Tools des Unternehmens für Geschäftszwecke wie Werbung zu nutzen – Pornoseiten blockiere man. Oracle hat sich dem Bericht zufolge noch nicht geäussert.

Studien zufolge sollen 30 Prozent aller Internet-Inhalte weltweit pornografischer Natur sein und Sex-Angebote jeden Monat mehr Besucher als Amazon, Netflix und Twitter zusammengerechnet zählen.

Fotos: Screenshot Pornhub / Envato

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