[Update 2] Jetzt also doch: Google startet „Street View“ Ende des Jahres in Deutschland in 20 Städten

 google street view deutschland

Datenschutz-Bedenken zum Trotz: Ende des Jahres ist es soweit, der US-Web-Riese Google startet seinen Kartendienst „Street View“ auch hierzulande.

Genauer gesagt soll es im November, so das Handelsblatt, für die 20 größten Städte in Deutschland losgehen: Dazu gehören Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.

Wer Einspruch gegen Google Street View erheben will, hat ab kommende Woche Montag vier Wochen Zeit, dies zu tun. Online, versteht sich.

Fraglich ist, wie es Google schaffen will, alle Widersprüche in diesen Städten abzuarbeiten. Datenschutz-Experten wie der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar runtzeln entsprechend die Stirn und kritisieren die Eile scharf.

[Update 12:14 Uhr ] Einen konkreten Starttermin für seinen umstrittenen Dienst scheint Google noch nicht genannt zu haben. Anfang nächster Woche will das Internet-Unternehmen auf einer überarbeiteten Informationsseite unter Google.de/streetview eine zusätzliche Funktion zum Schutz der Privatsphäre bereitstellen. Damit können Mieter und Hauseigentümer vier :Wochen lang die Unkenntlichmachung ihrer Häuser anhand von Satellitenaufnahmen bereits vor dem Street-View-Start beantragen.

Mit Street View können Nutzer Straßenansichten der Städte mit einem Radius von 360 Grad virtuell erkunden. Street View steht derzeit als Bestandteil von Google Maps bereits in 23 Ländern weltweit zur Verfügung.

Datenschützer und Politik hatten den Straßenansichtsdienst scharf kritisiert. Ende Juni hatte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) den Druck auf Google verstärkt und gefordert, dass der Dienst erst online geht, wenn alle Gesichter verpixelt und Kfz-Kennzeichen nicht mehr erkennbar sind. Laut Google wird die automatische Unkenntlichmachung von Gesichtern und Nummernschildern automatisch umgesetzt.

[Update 2 13:06 Uhr] Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Kaspar kritisierte den kurzfristigen Start der Vorab-Widersprüche während der Sommerferien. «Hier verpasst Google die Chance, verloren gegangenes Vertrauen durch eine bürgerfreundliche Umsetzung der mit uns vereinbarten Zusagen zurückzugewinnen», sagte Caspar. Er kritisierte zudem, dass das Unternehmen keine Telefon-Hotline einrichte und bislang nicht offengelegt ist, wie mit den Daten der Widersprechenden umgegangen wird.

tf/ari/ddp

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