Frühwarnsystem: Selbstlernende Software soll Fake News entlarven

7. Mai 2019 | by Jochen Siegle

Selbstlernende Software sagt Fake News den Kampf an

Eine selbstlernende Software des Fraunhofer FKIE soll den Kampf gegen Fake News in sozialen Netzwerken wie Facebook vereinfachen und Falschnachrichten automatisch erkennen.

Das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE hat ein Software-Tool auf Basis maschinellen Lernens entwickelt, das die rasante Verbreitung von Falschinformationen über soziale Netzwerke zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung eindämmen soll. Auch Hasskommentare können automatisiert erkannt werden.

Das selbstlernende Programm wertet Daten aus Social-Media-Beiträgen aus, um gezielt verbreitete Desinformationen oder Hetz-Beiträge herauszufiltern. Es kann nach Angaben der Entwickler auf die Erkennung unterschiedlicher Arten von Texten trainiert werden und Behörden als Frühwarnsystem dienen.

Selbstlernende Software: Auswertung von Inhalten und Metadaten

Dazu klassifiziert und bewertet das System zum einen die Inhalte von Texten, berücksichtigt aber ausserdem weitere Informationen – etwa wann und wie häufig eine Meldung abgesetzt wird oder wie Accounts von Social-Media-Nutzern vernetzt sind.

Gefüttert wird das System mit Datenbanken aus Texten von seriösen Quellen und Fake News, die nach bestimmten Merkmalen durchsucht werden, beispielsweise nach fehlerhaften Formulierungen und ungewöhnlichen Wortkombinationen in Zusammenhang mit aktuellen Themen. Für die Unterscheidung von echten und falschen Meldungen spielt den Forschern des Fraunhofer FKIE zufolge die Auswertung der Metadaten eine entscheidende Rolle.

Erkennbar wird dadurch etwa, ob Bots für die Verbreitung eingesetzt werden und aus welchem Land Falschmeldungen in Umlauf gebracht werden oder eine Fake-News-Kampagne losgetreten wurde.

Fake News tarnen sich als seriös

Die Forscher des Fraunhofer FKIE konzentrieren sich mit ihrer Software derzeit auf Twitter und Webseiten. Die eigentlichen Fake News seien über die Links zu finden, die beispielsweise in den Tweets auf dem Kurznachrichten-Dienst veröffentlicht und verbreitet werden.

Die Falschmeldungen werden in der Regel auf Webseiten placiert, die die Auftritte von Nachrichtenagenturen imitieren und nur schwer von den Originalen zu unterscheiden seien. Oftmals lägen den Falschnachrichten Meldungen der Nachrichtenagentur DPA zugrunde, die sprachlich verändert wurden.

Sowohl verschiedene Behörden als auch Unternehmen setzen nach Angaben der Entwickler die Software ein.

 

 

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