[IFA 2011, die grösste, die je stattfand] Mit Laser TV und 3D fürs Home-Video?

15. September 2011 | by Gerhard Bachleitner

Noch ein Außenseiter: Ein Schattendasein führt seit Jahren das sog. Laser TV, das seinerzeit ja von der inzwischen untergegangenen deutschen Firma Schneider erfunden worden war und diesmal auf der IFA von Mitsubishi vorgestellt wurde. Wieder einmal, muss man sagen, denn schon auf der CES 2008 wurde Laservue für den Herbst desselben Jahres angekündigt.

2010 wurde erneut ein 75-Zoll-Gerät namens L75-A91 angekündigt und ein Preis von 6000 Dollar genannt. Auch diesmal ist ein Vertrieb in Deutschland fraglich, nicht zuletzt aufgrund der doch recht unterschiedlichen Wohnraumgrößen in Amerika und Europa. Hierzulande war aus diesem Grunde ja auch schon die frühere platzfressende Rückprojektionstechnik kein Erfolg. Wer dem Marktgespenst auf den Fersen bleiben will: www.laser-fernseher.org.

3D fürs Home-Video?
Die Möglichkeiten, räumliches Bewegtbild selbst aufzuzeichnen, werden besser und erschwinglicher. Während die um eine 3D-Optik ergänzten klassischen Camcorder noch mit fühlbaren Kosten verbunden sind, gibt es nun auch interessante Einsteigermodelle. Von Sony kommt die Bloggie 3D für 250 Euro, und Aiptek zeigte zum gleichen Preis eine Kamera, die, abgesehen von ihrem engen „Augenabstand“, einen passablen Eindruck machte.

Hybridfernsehen
Erstmals präsentierte sich Videoweb auf der IFA mit einem Stand in der TecWatch-Halle. Die für die aktuellen Geräte, 750S und die neue Videoweb TV-Box, angebotenen Verbesserungen, das NTFS-Format bei der Aufzeichnung auf externen Datenträger und der freie Web-Zugang, bleibt Besitzern der bisherigen Modellreihe 650 S vorenthalten.

Firmenchef Mathias Greve überlegt jedoch, diesen Kunden einen Migrationspfad von dem älteren, für die neuen Anforderungen zu schwach gewordenen Prozessor zu einem neueren Modell zu bieten. Details wurden noch nicht genannt. Allein die Absicht ist schon zu begrüßen, doch zeigt das Vorhaben auch, wie schwierig es in der digitalen Welt ist, mit dem Fortschritt mitzuhalten – selbst wenn man die Firmware-Aktualisierung vorausschauend bereits berücksichtigt hat.

Vielleicht auch nicht genügend vorausgesehen hat Greve die Dynamik der Smart-TV-Entwicklung. Mittlerweile werden 3D-fähige Bluray-Spieler mit Web-Anbindung für 150 Euro angeboten (z.B. Philips BDP5200 oder LG BD 670) – den selben Preis, den die Videoweb-TV-Box kostet, die aber nur das Web auf den Fernseher holt. Dass das Konkurrenzgerät von Hama noch mehr kostet, ist nur ein schwacher Trost.

Wenn man Hybridfernsehen vom Netzbetreiber her denkt, landet man möglicherweise beim Vodafone TV-Center, das ebenfalls auf der IFA vorgestellt wurde. Auch hier werden die Rundfunkverbreitungswege und das Internet, ggf. auch per Funk, in einem Gerät zusammengeführt, das der Kunde natürlich gestellt bekommt. Auch so wird ein selbständig gekauftes Endgerät überflüssig.

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