WT:Social: Wikipedia-Erfinder Wales fordert Facebook raus

Der amerikanische Internet-Vorreiter Jimmy Wales hat die Faxen Dicke von kommerziellen Social Networks. Der Erfinder der weltweit populären Online-Enzyklopädie lanciert daher ein eigenes Netzwerk.

Das Internet-Portal nennt sich «WT:Social» und soll Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram Konkurrenz machen und insbesondere auch der Eindämmung der Fake-News-Flut dienen.

Wales’ Grundidee für das Projekt ist es, «die Prinzipien von Wikipedia auf ein soziales Netzwerk zu übertragen», wie der 53-Jährige auf der Digitalmesse «Digital X» in Köln sagte.

Kein Kommerz, Fake-News-Flut eindämmen

Daher soll nach Vorbild von Wikipedia das auf Fakten basierte, gemeinschaftliche Erarbeiten von Beiträgen im Gegensatz zu den gewinnorientierten Main-Stream-Networks im Vordergrund stehen, verspricht der Web-Unternehmer. Zudem will der Amerikaner «WT:Social» auch als Kollaborations- und Kommunikations-Plattform nutzbar machen.

Die Finanzierung soll wie bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia ohne Werbung gesichert werden. Die beliebteste Wissens-Plattform der Welt finanziert sich über Spenden der Nutzer. Wikipedia startete im Jahr 2001 im Netz und ist mittlerweile in über 280 Sprachen verfügbar. Jeden Monat verzeichnet das Digital-Lexikon mehr als 500 Millionen Besucher.

500 Millionen Besucher pro Monat

Die finanzielle Unabhängigkeit von Annoncen nach Vorbild von Wikipedia ist für Wales bei «WT:Social» elementar wichtig. Dem Web-Pionier zufolge habe die Abhängigkeit von Werbung zu einer schlechten Qualität von Medieninhalten im World Wide Web geführt: Da Social-Media-Netzwerke wie Facebook, Twitter & Co. darauf angewiesen seien, Nutzer möglichst lange auf ihren Seiten zu halten, werde der Nutzeraktivität Vorrang vor Qualität gegeben, klagt Wales. Das Erfolgsprinzip von Facebook et cetera basiere darauf, möglichst viel Empörung und Erregung zu erzeugen, um möglichst viele Nutzer-Klicks und Interaktionen zu generieren.

Facebook-Alternative: „Lieber kleine Community aufbauen“

Wales ist es Eigenangaben zufolge wichtig, hier gegenzusteuern und eine «grossartige kleine Community aufzubauen», in der sich die Nutzer «wohlfühlen können».

Ein Starttermin für «WT:Social» ist bis dato nicht genannt worden. Aktuell befindet sich Wales’ neuestes Projekt in der Aufbauphase. Der Web-Pionier aus Alabama arbeitet derzeit mit zwei Programmierern an der Umsetzung der Plattform. Interessierte Nutzer können sich bereits auf der Website anmelden.

Wikitribune floppte

Der Internet-Unternehmer Jimmy «Jimbo» Wales wurde vor allem als Mitbegründer der Online-Enzyklopädie Wikipedia bekannt. Zudem ist der Wahl-Londoner und ehemalige Börsenmakler Initiator der gemeinnützigen Wikimedia Foundation sowie der ­ –wohlgemerkt kommerziellen – Community-News-Plattform Wikitribune.

Der Nachrichten-Aggregator blieb bislang deutlich hinter den Erwartungen zurück. Spannend bleibt nun abzuwarten, ob sich Wales’ jüngstes Baby «WT:Social» als alternative Stimme zu Facebook & Co. durchsetzen kann.

Foto: Wikipedia/CC BY-SA 3.0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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