IFA: Samsung kriegt die Kurve, Huawei folgt in Kürze

IFA: Samsung kriegt mit seinem Falt-Handy die Kurve, Huawei folgt in Kürze
Samsung zeigt sein neues Falt-Handy «Fold» und kombiniert die schnelle und einfache Smartphone-Bedienung mit den Vorteilen eines Displays in Tablet-Grösse. Das gelingt sehr vielversprechend. Das Mate X von Huawei soll im Oktober folgen.

Samsung Falt-Handy scheint bereit für den Verkauf

Samsung hat für den Start seines Falt-Handys auf der IFA in Berlin ordentlich nachgebessert und zeigt beim zweiten Anlauf mit dem Galaxy Fold nun ein Gerät, das einsatzbereit scheint.

Verschiedene Schwachstellen der Falttechnik, die bei ersten Praxistests im April zutage getreten waren, sind ausgemerzt. Wie sich das Gerät in der langfristigen Nutzung macht, bleibt abzuwarten. Aber der erste Eindruck ist positiv.

Bequemes Auf- und Zuklappen des Falt-Handys 

Das Auf- und Zuklappen des biegbaren Displays klappt reibungslos und fühlt sich intuitiv an. Das Scharnier positioniert den biegbaren Tablet-grossen Screen, der sich im zusammengeklappten Zustand im Inneren des Smartphones verbirgt, stabil in der richtigen Position. Dabei ist bei Lichteinfall zwar nach wie vor die Faltstelle leicht erkennbar (insbesondere bei dunkleren Kontrasten beziehungsweise Bildern), beim Anschauen von Inhalten aber stört das kaum.

Aufgeklappt erinnert das Galaxy Fold mit seinen 7,3 Zoll ein bisschen an die frühen Tablet-Zeiten. Und auch zusammengefaltet kommt etwas Retro-Gefühl auf: Zum einen wirkt das kleine Front-Display auf der Aussenseite in seiner 4,6-Zoll-Aufmachung nahezu altmodisch – randlos, so der aktuelle Smartphone-Trend, sieht anders aus. Zum anderen ist das Falt-Handy etwas schwerer und zugeklappt natürlich dicker als aktuelle Smartphones. Es passt jedoch problemlos in die Hosentasche.

Im Inneren verborgene Magnete sorgen dafür, dass der Falt-Bildschirm nicht ungewollt aufspringt und sich das Gerät sanft schliesst. Das aus mehrschichtigem Polymermaterial bestehende flexible Innendisplays fühlt sich fast durchgängig wie ein herkömmliches Smartphone-Display an.

Nahtlose Übertragung

Wie gesagt kann das Design noch verbessert werden. Offenbar hat Samsung sich beim Falt-Handy vorerst vor allem auf den Faltmechanismus und die nahtlose Übertragung der Inhalte von Aussen nach Innen konzentriert. Das funktioniert entsprechend bei ersten Versuchen auch recht beeindruckend, wie sich beispielsweise bei Nutzung einer App wie Google Maps zeigt: Eine Karte lässt sich auf dem kleinen Display der Frontseite öffnen und wird ohne grosse Verzögerung beim Aufklappen an den grösseren Bildschirm weitergegeben.

So wird der Vorteil der schnellen, einfachen Bedienung etwa mit nur einer Hand kombiniert mit der angenehmen Tablet-grossen Darstellung, für die nichts weiter zu tun ist, als das Gerät mit einer Bewegung aufzuklappen. Das ist auch beim Videoschauen, fürs Gamen oder E-Mail-Schreiben ein gelungener Ansatz.

Drei Apps gleichzeitig nutzen

Selbst die Front-Kamera denkt mit: Im Selfie-Modus etwa wird beim Aufklappen automatisch die duale Frontkamera des Innen-Displays aktiviert. Bequem fühlt sich auch die «Multi Active Window»-Funktion an, mittels der auf dem grossen Screen drei Apps gleichzeitig genutzt werden können.

Die dabei für den Nutzer gerade wichtigste Anwendung läuft auf der linken Display-Hälfte, während sich zwei weitere die rechte teilen. Wird das Gerät zugeklappt, blendet das äussere Display nur die wichtigste der geöffneten Apps ein.

Neben Samsung arbeitet auch Huawei an einem Falt-Handy

Interessant wird auch, wie sich die faltbare Samsung-Konkurrenz im Praxis-Test schlagen wird – insbesondere das ebenso bereits seit geraumer Zeit angekündigte Mate X von Huawei, das nach aussen aufgeklappt wird. Vom Design her wirkt es deutlich moderner als das Galaxy Fold, verzichtet aber auf den dritten Bildschirm.

Auf der IFA ist das Foldable des chinesischen Konzerns zwar nicht in die Finger zu bekommen, aber immerhin sind weitere Details bekannt geworden.

Mate X in zwei Versionen

So soll das faltbare 5G-Handy nun bereits doch schon nächsten Monat auf den Markt kommen – zuletzt war der Launch für August geplant. Wie bei Samsung hat sich der Marktstart seit der Präsentation Anfang des Jahres immer wieder verschoben.

Huawei wird das Falt-Handy ausserdem wohl in zwei Versionen anbieten: Zum einen, wie ursprünglich angekündigt, mit einem Chipsatz, der sich aus dem Kirin 980 und dem 5G-Modem Balong 5000 zusammensetzt.

Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann auch der neue 5G-Chip Kirin 990 an Bord sein, den Huawei an der IFA als neuen Flaggschiff-Chipsatz vorgestellt hat. Es ist der erste Prozessor mit direkt verbautem 5G-Modem.

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