Apple-Dienstleister analysieren täglich Siri-Mitschnitte

Siri-Mitschnitte sind gängige Praxis

Der Silicon-Valley-Riese Apple hat Siri-Mitschnitte systematisch von Dienstleistern abhören lassen. Vertragsmitarbeiter sollen jeweils bis zu tausend Aufnahmen täglich ausgewertet haben.

Siri-Mitschnitte sind hauptsächlich Sprachbefehle

Zur Verbesserung der Spracherkennung hat Apple einen Teil der über den Sprachassistenten Siri aufgezeichneten Aufnahmen von Mitarbeitern oder Dienstleistern im Nachhinein abhören und analysieren lassen. Bei einem Apple-Dienstleister in Irland haben Angestellte einem Bericht des «Irish Examiner» zufolge jeweils bis zu tausend Audio-Mitschnitte täglich abgehört.

Meistens soll es sich um Sprachbefehle an Siri gehandelt haben, manchmal jedoch hätten die Mitarbeiter auch persönliche Informationen oder Teile von Gesprächen zu hören bekommen. Die Aufnahmen seien anonymisiert zur Auswertung bereitgestellt worden.

Analyse von Sprachanfragen

Laut dem Bericht analysierten die Vertragspartner in Cork vor allem Sprachaufzeichnungen von britischen, kanadischen und australischen Nutzern. Ein kleineres Team sei mit der Auswertung von Sprach-Schnipseln nicht Englisch sprechender Nutzer aus Europa beauftragt gewesen.

Apple hat die Auswertung der Siri-Mitschnitte durch menschliche Mitarbeiter Anfang des Monats vorläufig eingestellt, nachdem die Praxis durch verschiedene Medienberichte bekanntgeworden und auf scharfe Kritik gestossen war. Das kalifornische Tech-Unternehmen hatte daraufhin erklärt, dass nur ein kleiner Teil der Sprachanfragen analysiert werde, um Siri und die Spracheingabe zu verbessern. Die Anfragen seien laut Apple nicht mit der Apple-ID der Nutzer verknüpft.

Ungewollte Aktivierungen

Brisant dabei ist allerdings, dass Siri immer wieder auch private Gespräche bei ungewollter Aktivierung erfasst – insbesondere auf der Apple Watch und dem Homepod-Lautsprecher. Auch hatte Apple Siri-Nutzer nicht ausreichend über den Einsatz menschlicher Analysten informiert.

Bevor die Vorgehensweise wieder zum Einsatz gebracht wird, will Apple den gesamten Prozess zur Auswertung von Sprachbefehlen überprüfen. Siri-Nutzer sollen in Zukunft entscheiden können, ob sie einer Auswertung durch menschliche Prüfer zustimmen. Dies will der Apfel-Konzern über ein Software-Update ermöglichen.

Siri-Mitschnitte sind gängige Praxis

Auch die anderen grossen Anbieter von Sprachdiensten, insbesondere Amazon und Google, setzten bislang zur Qualitätssicherung auf die Auswertung von Sprachkommandos durch Mitarbeiter. Auch Web-Riese Google sieht nun vorerst davon ab, aufgezeichnete Audiodateien des Google Assistent von Mitarbeitern überprüfen zu lassen.

Der Suchmaschinen-Konzern aus dem Silicon Valley hat eigenen Angaben zufolge auf menschliche Prüfer gesetzt, um die Assistenzsoftware in verschiedenen Sprachen zu verbessern.

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