Google ermittelt wegen illegalen Sprachaufzeichnungen mit „Google Assistant“

Mithilfe des Google Assistant soll Google Sprachaufzeichnungen angefertigt haben

Ein Google-Mitarbeiter hat Google Sprachaufzeichnungen des Google Assistant an die Presse weitergegeben, um auf die Abhör-Praxis des amerikanischen Tech-Konzerns aufmerksam zu machen. Nun ermittelt Google gegen den Angestellten.

Leak enthält rund tausend Sprachaufnahmen

Letzte Woche wurde bekannt, dass Mitarbeiter bei Google aufgezeichnete Gespräche von Nutzern mit dem Google Assistant zum Teil anhören und analysieren. Einer der mit dieser Aufgabe betrauten Mitarbeiter des Konzerns hatte rund tausend solcher Google Sprachaufzeichnungen belgischer Nutzer an die Online-Redaktion der „Flämischen Hör- und Fernsehfunkorganisation (VRT) geleakt.

Google ermittelt nun eigenen Angaben zufolge gegen den Mitarbeiter wegen der illegalen Herausgabe der Audiodateien. In einem Blogbeitrag erklärt das Tech-Unternehmen aus dem Silicon Valley, dass es dieser Verletzung der Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens nachgehe und die Sicherheitsmassnahmen vollständig überprüfen werde, um ein Fehlverhalten dieser Art in Zukunft zu verhindern.

Zur Verbesserung der Assistenzsoftware in verschiedenen Sprachen arbeite man auf der ganzen Welt mit «Sprachexperten» zusammen, die auch Feinheiten und Akzente einer jeweiligen Sprache beherrschten.

Brisante Gesprächsmitschnitte der Google Sprachaufzeichnungen

Ein kleiner Teil der Sprachbefehle werde dazu von diesen Sprachexperten analysiert und abgetippt. Das sei ein entscheidender Teil bei der Entwicklung von Spracherkennung. Die Audioexperten erhalten laut Google etwa 0,2 Prozent aller Sprachaufzeichnungen. Die Assistant-Aufnahmen seien bei der Begutachtung nicht einem Nutzerkonto zuzuordnen, die Sprachprüfer seien angewiesen, keine Hintergrundgespräche und nur Anweisungen an Google zu transkribieren.

Brisant ist jedoch, dass die Gesprächsmitschnitte, die der belgischen Presse zugespielt wurden, offenbar private Konversationen enthalten und nicht nur gezielt an den Sprachassistenten gerichtete Anweisungen. Laut «VRT» waren von mehr als 1000 der aufgezeichneten Sprachauszüge über 150 Gespräche, die nicht an den Google Assistant gerichtet waren. Auch war in einem Mitschnitt die Adresse deutlich zu hören, sodass eine Kontaktaufnahme möglich war.

Ähnliches Vorgehen bei Amazon

Im April war bekannt geworden, dass Amazon Mitarbeiter teilweise aufgezeichnete Befehle der Assistenzsoftware Alexa abhören lässt, auch um die Qualität der Spracherkennung zu verbessern. Das amerikanische E-Commerce-Unternehmen betont, dass es nur «eine sehr geringe Auswahl an Alexa-Sprachaufnahmen mit Kommentaren versehe, um das Kundenerlebnis zu verbessern», wie der amerikanische Finanznachrichtendienst Bloomberg berichtet.

Demzufolge wird diese Arbeit an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt durchgeführt.

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