Rekordjahr: Siemens will Konkurrenten einheizen – und schneller wachsen

XXXXX LogoGestärkt von Rekordzahlen geht Siemens mit einer Kampfansage an die Konkurrenz ins neue Geschäftsjahr. „Wir kommen mit vollem Schwung aus der Krise. Unser Wachstum gewinnt an Fahrt“, erklärte Konzernchef Peter Löscher am Donnerstag in München. Nachdem die Wirtschaftskrise abgehakt ist, will der Elektrokonzern seinen Wettbewerbern nun Marktanteile abjagen.

„Es gilt Auftrag um Auftrag zu gewinnen“, erklärte Löscher. Dabei sollen zukunftsträchtige Geschäftsfelder und Regionen im Mittelpunkt stehen. Für Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis stellte Siemens Zuwächse in Aussicht. An der Börse kletterte die Aktie um mehr als zwei Prozent in die Höhe. Börsianer freuten sich über das kräftige Plus bei der Dividende und das rasante Plus bei den Bestellungen.

Bei dem um ein Viertel gestiegenen Auftragseingang im Schlussquartal kamen die Impulse aus allen Regionen. In allen Sektoren kamen mehr Aufträge als im Vorjahr herein. Allen voran die Schwellenländer wie Brasilien, Russland, Indien und China sorgten für ein starkes Plus. Besonders absetzten konnte sich Russland, wo 140 Prozent mehr Aufträge herein kamen. Die Wirtschaftskrise hatte in dem Land im Vorjahr indes besonders tiefe Spuren hinterlassen.

AUSSICHTEN FÜR 2011

Für das Geschäftsjahr 2011 rechnen die Münchner mit einem deutlich steigenden Auftragseingang. Auch der Umsatz soll ohne Zukäufe wieder moderat wachsen. Das Ergebnis der fortgeführte Aktivitäten soll sich um mindestens 25 bis 35 Prozent verbessern.

In den einzelnen Divisionen stachen erneut besonders das Lichtgeschäft Osram hervor, in dem Siemens die boomenden Leuchtdioden (LED) produziert, sowie die Industrieautomatisierung. Den höchsten Gewinn steuerte das Energiegeschäft bei. Hier sind mittlerweile nicht mehr nur die Windturbinen der Münchner stark gefragt: Bei den klassischen fossilen Kraftwerken scheint die Investitionszurückhaltung endlich gebrochen. Im Gesundheitsgeschäft schlugen die Abschreibungen ins Kontor. Operativ lief es ordentlich.

QUARTALSZAHLEN

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 (Ende September) kletterte das operative Ergebnis in den drei Kerngeschäftsfeldern Industrie, Energie und Gesundheit von 7,5 Milliarden Euro auf den Bestwert von 7,8 Milliarden Euro. Dabei ist eine milliardenschwere Abschreibung auf das Diagnostik-Geschäft bereits berücksichtigt. Ohne die Wertberichtigung hätte das Ergebnis sogar bei knapp 9 Milliarden Euro gelegen. Unter dem Strich verdiente Siemens mit 4,1 Milliarden Euro 63 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zwischen Juli und September ging es für Siemens weiter kräftig aufwärts. Der Umsatz verbesserte sich um acht Prozent auf 21,2 Milliarden Euro. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres hatte die Wirtschaftskrise noch deutliche Bremsspuren bei Siemens hinterlassen. Allerdings lasteten unter anderem die Abschreibung von 1,2 Milliarden Euro im Diagnostik-Geschäft sowie ein hoher Verlust in der mittlerweile ausgegliederten IT-Sparte SIS auf den Ergebnissen. Das operative Ergebnis der Sektoren stürzte um 45 Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Unter dem Strich verbuchte Siemens einen Verlust von 396 Millionen Euro. Trotzdem übertraf der Konzern mit seinem Zahlenwerk die Schätzungen der von dpa-AFX befragten Analysten.

DIVIDENDE

Die Aktionäre sollen von der guten Entwicklung durch einen kräftigen Dividendenanstieg von 1,60 auf 2,70 Euro je Aktie profitieren. Künftig will das Unternehmen zwischen 30 und 50 Prozent des Nachsteuergewinns an seine Anteilseigner ausschütten.

Wichtige internationale Siemens-Konkurrenten haben bereits ihr Zahlenwerk für das vergangene Quartal vorgelegt. US-Rivale General Electric <GE.NYS> <GEC.ETR> (GE) <GE.NYS> <GEC.ETR> konnte trotz eines Auftragsschubs nicht mit den Deutschen mithalten. Im Gegensatz zu Siemens schwächelt bei den Amerikanern das Energieanlagengeschäft weiter. Bei Philips stagnierten die Erlöse, der Gewinn kletterte dank des profitablen und wichtigen Medizingeschäfts und eines starken Lichtgeschäfts kräftig. Die Schweizer ABB <ABBN.VTX> <ABJ.FSE> hatte dank steigender Nachfrage aus der Industrie und Großprojekten im Energiebereich ein Plus bei Umsatz und Ergebnis verbucht. Die Schweizer blicken allerdings vorsichtiger in die Zukunft als der deutsche Konzern.

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