Datenschutz: Verbraucherzentralen verklagen Supermarkt-Kette famila – Rewe und Penny in der Kritik

Mehrere Supermarktketten sind einem Medienbericht zufolge wegen ihres Umgangs mit Kundendaten in die Kritik geraten. Nach Informationen von NDR Info hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen die Handelskette famila inzwischen Klage beim Landgericht in Kiel eingereicht.

Die Verbraucherschützer werfen famila dem Bericht zufolge vor, von den Kunden an der Kasse zweifelhafte Einwilligungen zur Weitergabe von Kontodaten einzufordern. Betroffen seien diejenigen Verbraucher, die mit ihrer EC-Karte bezahlen wollen. Neben famila verlangten weitere Handelsfirmen wie zum Beispiel Rewe oder Penny auf ihren Kassenzetteln ähnliche Einwilligungen.
Das Verfahren in Kiel dürfte deshalb eine Signalwirkung haben.

Die Verbraucher hätten in den meisten Fällen gar keine Chance, sich den langen, komplizierten Text auf dem Kassenzettel in Ruhe durchzulesen, kritisieren auch Datenschützer. Weil sie mit ihrer Unterschrift bezahlen, würden die Verbraucher der Datenweitergabe in der Regel zustimmen, ohne es zu wissen, sagte der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert dem Sender.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen kritisiere zudem, dass viele Handelsketten nicht auf ein alternatives Bezahlsystem mit EC-Karten ausweichen, bei dem die Kunden ihre Pin-Nummern eintippen müssen. Dieses System sei für Verbraucher deutlich sicherer. Weil das Pin-Verfahren aber für die Händler teurer sei, würden viele Unternehmen darauf verzichten, so der Verbraucherverband.

tf/mei/ddp

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One Response

  1. Angelika Bost/Andrea Kuhn 10. September 2010

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