[CeBit] Internet-Sicherheitsexperte Kaspersky: Das Netz ist und bleibt unsicher

eugene kaspersky

Entwaffnend ehrlicher Web-Sicherheitsguru: Glaubt man dem Internet-Sicherheitsexperten Eugene Kaspersky, dann ist das Internet unsicher und bleibt das auch. Relativ gesehen zumindest.

Ein Rückgang der Online-Kriminalität ist nach Ansicht des international anerkannten russischen IT-Sicherheitsexperten nicht abzusehen. «Ich fürchte, in meinem Leben wird es kein sicheres Internet geben», sagte Kaspersky am Dienstag auf der Computermesse CeBIT in Hannover. Die einzige realistische Möglichkeit wäre Kasperskys Einschätzung nach die Einführung von Internet-Pässen und einer globalen Kontrolle. Die Regierungen hätten jedoch größere Probleme zu lösen wie etwa die Finanzkrise oder die Schweinegrippe.

«Cyber-Kriminalität ist überall», sagte Kaspersky. Nach Auswertungen seiner auf die Herstellung von Antiviren-Software spezialisierten Firma Kaspersky Lab geht mehr als die Hälfte der Netzattacken derzeit von chinesischen Internet-Ressourcen aus. Die schlimmste Epidemie des vergangenen Jahres sei auf das Konto von Kido (Conficker) gegangen, sagte Kaspersky. Der Computer-Wurm habe rund um den Erdball Millionen von Computern infiziert und in ein Botnetz aufgenommen. «Ich kenne keine andere Armee bestehend aus zehn Millionen Soldaten», sagte der Experte.

Das Geschäft mit Schadprogrammen sei immer noch höchst profitabel, sagte Kaspersky. Die Kriminellen seien organisiert und entwickelten Malware-Programme auf Bestellung. Es gebe soar Preislisten für den Einsatz von Botnetzen infizierter Rechner. Für Internet-Kriminalität brauche es nur eines Computers und eines Internetzugangs. Im Gegensatz zum herkömmlichen Verbrechen «haben die Täter keinen visuellen Kontakt zu ihren Opfern.»

Die Zukunft gehört laut Kaspersky den Smartphones. Sie würden den PC ersetzen. »In der Zukunft werden alle Daten eines Nutzers im Handy gespeichert, inklusive Ausweise und Führerschein“, sagte er. In Hotels fänden Gäste dann kein Funknetz mehr vor, sondern einen Bildschirm und eine Tastatur, die sie an ihr Telefon anschließen könnten.

ddp/akl/mbr / Photo: Kaspersky Lab

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