Spielfieber: Jeder zweite Deutsche begeistert von Glücksspiel

Jeder zweite Deutsche versucht sein Glück beim Spiel. Nach einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat die Hälfte der 16- bis 65-Jährigen in den vergangenen zwölf Monaten an einem oder mehreren Glücksspielen teilgenommen, ergab eine am Montag veröffentlichte Befragung in Berlin. Damit bleibe deren Anteil auf dem Niveau von vor zwei Jahren.

Problematisch entwickelt sich das Glücksspielverhalten in der Gruppe junger Männer, die an Automaten spielen. Bei den 18- bis 20-Jährigen habe sich dieser Anteil von knapp sechs Prozent im Jahr 2007 auf 15 Prozent im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Insgesamt nehmen mehr Männer (60 Prozent) als Frauen (47 Prozent) an Glücksspielen teil.

40 Prozent der Befragten hätten 2009 ihr Glück beim Lotto 6 aus 49 versucht. Das waren 4,5 Prozent mehr als 2007. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sei dieser Anstieg in erster Linie auf zwei hohe Lotto-Jackpots in den vergangenen zwei Jahren zurückzuführen, hieß es.

Laut Schätzungen wiesen etwa 1,1 Prozent der Bevölkerung ein problematisches oder sogar pathologisches Spielverhalten auf. Das seien rund 600 000 Menschen. «Das Glücksspielverhalten in Deutschland bietet weiterhin Anlass zur Sorge», sagte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott. Insbesondere junge Männer seien gefährdet, glücksspielsüchtig zu werden. Häufig unterschätzten sie die Gefahren dieser Spiele und glaubten, das Glücksspiel kontrollieren oder Glückssträhnen erkennen zu können.

Zugleich zeige die Befragung, dass sich immer mehr Deutsche der mit Glücksspiel verbundenen Risiken bewusst seien. 61 Prozent der Befragten fühlten sich heute gut über die Gefahren des Glücksspiels informiert. 2007 war es nur etwa jeder Zweite.

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