Nach EU-Strafe für Intel: Protektionismusvorwürfe aus den USA

Die Reaktion liess nicht lange auf sich warten: Nachdem die EU eine Rekordstrafe gegen Halbleitermarktführer Intel wegen illegaler Preisabsprachen und Wettbewerbsbehinderung verhängt hatte, werden nun aus den USA Protektionismus Vorwürfe laut. Weil eine US-Firma betroffen ist. Und abgestraft wurde, zugunsten einer anderen US-Firma?

Grant Aldonas, Senior Advisor am Center for Strategic and International Studies (CSIS), sieht höhere Einkaufspreise auf dem EU-Konsumenten zukommen, wenn Intel nicht mehr einseitige Preisnachlässe formulieren dürfe. Ja, aber: Die Preise für AMD-Produkte bleiben doch unverändert niedrig?

Professor Keith Hylton von der Boston University kritisiert, die Entscheidung der EU-Kommission könnte Unternehmen davon abhalten, kompetitive Preise zu formulieren.

Ronald Cass, Vorsitzender des Centre for the Rule of Law stimmt zu, und verweist auf die trotz der Wettbewerbsbehinderung einigermassen florierenden Geschäfte des einigen echten Intel-Konkurrenten AMD.

Auch Jonathan Zuck, Präsident der Industrielobbygruppe Association for Competitive Technology, will von Wettbewerbsverzerrungen nichts hören, schliesslich habe sich die Mikroelektronikbranche in den letzten 20 Jahren prächtig entwickelt.

Nur AMD sieht das alles ganz anders. CEO Dirk Meyer meint, er freue sich schon auf eine Welt, die nicht von Intel, sondern von den Konsumenten bestimmt wird. Da ist was dran.

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