Firefox Plug-in X-pire verpasst Fotos im Netz ein digitales Verfallsdatum

11. Januar 2011 | by Denise Kohmann

XXXXX LogoFotos, die nach einer festgelegten Zeit bei Facebook & Co einfach wieder verschwinden  – das würde viele Nutzer sozialer Netzwerke ruhiger schlafen lassen. Schließlich könnten sie dann selbst bestimmen, wie lange sie ihre Bilder zum Beispiel beim weltgrößten Social Network Facebook zeigen.

Ein Wissenschaftler der Universität Saarbrücken hat nun ein Programm entwickelt, das genau das möglich macht: Der Informatiker Michael Backes stellte eine Software-Lösung vor, mit der Fotos vor dem Hochladen ins Netz mit einem Verfallsdatum versehen werden können. Dieses Zusatzprogramm für den Internet-Browser Firefox werde voraussichtlich in der nächsten Woche fertiggestellt, sagte Backes.

Die Betaversion – also eine frühe Testversion – der Radiergummi-Software namens X-pire (nach «expire» für erlöschen) kann schon jetzt ausprobiert werden. Das Plugin ist schnell installiert und einfach zu bedienen. Erst wählt man in dem Dialog eine Foto-Datei im jpg-Format aus – maximal ist die Größe in der Betaversion auf 50 KB begrenzt. Dann wird ein Ablaufdatum eingestellt, nach dem das Foto nicht mehr sichtbar sein soll – hier kann man pauschal einen Monat oder auch eine ganz individuelle Frist einstellen. Schließlich wird noch angegeben, ob man den Radiergummi für eine eigene Website oder für Facebook oder das Fotoportal Flickr nutzen will.

Danach wird das Foto so verschlüsselt, dass es mit üblichen Bildbetrachtern nicht mehr angezeigt werden kann – zu sehen ist dann lediglich eine schwarze Fläche mit einem Hinweis auf X-peria. Der um das X-peria-Plugin erweiterte Firefox zeigt das Bild jedoch an – theoretisch so lange bis das Ablaufdatum überschritten ist. Danach soll es nicht mehr angezeigt werden.

Backes räumte allerdings ein, dass während der Zeit der Sichtbarkeit auch Screenshots (Bildschirmfotos) möglich sind – diese lassen sich dann beliebig kopieren und für unbestimmte Zeit aufbewahren.

Das Programm X-pire ist nach Fertigstellung nicht mehr kostenlos. Der Zeitung «Der Tagesspiegel» sagte Backes, es werde ein Flatrate-Modell für rund zehn Euro im Monat geben oder einen Preis nach Anzahl der mit einem Verfallsdatum versehenen Bilder – hier sollen 20 bis 30 Bilder zehn Euro kosten. (tf/ko/dpa)

[X-pire] [Foto: dpa]

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Comment (1)

  1. naseweis says:

    Totaler Unfug!
    Wer ne Umfangreiche Erklärung will, schaut hier:
    http://www.danisch.de/blog/2011/01/05/idiotische-kryptographie-made-in-germany/

    Abgesehen von Screenshots is das System soooo schlecht, das es nur die ehrlichen Benutzer gängelt (Captcha) und ein Angreifer muß nur noch den Schlüssel speichern statt des ganzen Bildes – Super! Von der überwachung mal ganz zu schweigen

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