Nokia Siemens Networks: Griechenland-Krise belastet Telekom-Ausrüster

22. Mai 2010 | by Alex Reiger


Der Telekomausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) stellt sich in Südeuropa auf ein schwieriges zweites Halbjahr ein. „Wegen der staatlichen Sparprogramme in Griechenland und den anderen Ländern rechnen wir dort mit Stornierungen und Verschiebungen einiger Aufträge“, sagte NSN-Manager Hermann Rodler der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“. Der wesentliche Grund dafür seien die Refinanzierungskosten der Projekte von Kunden mit staatlicher Beteiligung. Wegen der höheren Risikoaufschläge durch die gesenkten Länderratings dürften sich die Finanzierungen dort signifikant verteuern, befürchtet Rodler.

In der Region Westeuropa zieht das Geschäft des Telekomausrüsters allerdings weiter an. „Hier sind der Auftragseingang und die Umsatzentwicklung im laufenden Quartal besser als erwartet“, sagte Rodler, der für die Region zuständig ist. Für das laufende Quartal peilt NSN insgesamt 3,1 bis 3,4 (Q1 2010: 2,7) Milliarden Euro Umsatz an. Nachdem das Joint Venture im ersten Quartal mit 15 Millionen Euro beim operativen Gewinn überraschend den Sprung in die schwarzen Zahlen geschafft hatte, will das Unternehmen im laufenden Quartal eine operative Marge zwischen null und drei Prozent schaffen.

In Bezug auf die geplante Einführung des Mobilfunkstandard der nächsten Generation, Long Term Evolution (LTE), geht der Manager davon aus, dass, anders als nach der Auktion für UMTS-Frequenzen im Jahr 2000, “auch große Telekomgesellschaften in einigen Ländern den Betrieb des neuen Netzes von Beginn komplett an Dienstleister auslagern werden”. In Großbritannien hat NSN nach dem Auftrag für die Zusammenführung der Netze von T-Mobile
und Hutchinson einen Erweiterungsauftrag über 400 Millionen Pfund erhalten. „Wir rechnen uns dort gute Chancen aus, den Zuschlag zum Betrieb des Netzes zu bekommen“, sagte Rodler.

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