Verleger Neven DuMont verlangt Staatshilfe für Print-Medien

11. Dezember 2009 | by TechFieber.de

DuMont Medien Staatshilfe

Der Kölner Verleger Alfred Neven DuMont fordert angesichts der «grassierenden Anzeigenkrise» unterstützende Maßnahmen von der Politik. Wenn nicht entsprechend gegengesteuert werde, könnte es «in 15 oder 20 Jahren keine Tageszeitung mehr in der westlichen Welt» geben, schreibt DuMont in einem am Freitag vorab veröffentlichten Beitrag für die Samstagausgaben der Zeitungen der Mediengruppe M. DuMont Schauberg.

Nach dem Vorbild anderer europäischer Nationen sollte die deutsche Politik nicht länger abseits stehen und zielstrebig ein eigenes Programm auflegen, um der gegenwärtigen Zeitungskrise zu begegnen, verlangte DuMont.

In dieser Situation habe Großbritannien etwa auf die Mehrwertsteuer verzichtet und Frankreich finanziere aus Sorge um die Zukunft der Zeitung für mehrere 100 Millionen Euro Frei-Abonnements speziell für junge Menschen. Deutsche Politiker hätten sich indes nicht um «den zukünftigen Lebensraum der deutschen Tageszeitungen» gesorgt, monierte der MDS-Aufsichtsratsvorsitzende.

Ohne die Blätter würde «eine große Stille über die politische Debatte in Deutschland» entstehen. Nachdem Landespolitiker die öffentlich-rechtlichen Sender in «schamloser» Weise gebändigt hätten, sei «bis auf gelegentliche Ausrutscher der Wochenzeitungen nur noch von den Tageszeitungen eine ernsthafte kritische Haltung zu befürchten», schrieb DuMont.

Darüber hinaus attackierte DuMont das Bundeskartellamt, weil es eine stärkere Zusammenarbeit der Verlage unterbinde. «Die krassen Engpässe, denen die Presse seit Jahr und Tag ausgesetzt ist, interessieren nicht. Hier werden Ärzte zu einem kranken Patienten gebeten, die sich für alles interessieren, aber nicht für dessen Gesundheit.» Ein Interesse an publizistischem Niveau sei bei den Kartellwächtern nicht erkennbar, schrieb der Unternehmer.

Die Mediengruppe MDS verlegt unter anderem die «Frankfurter Rundschau», die «Berliner Zeitung», den «Kölner Stadt-Anzeiger» und die «Mitteldeutsche Zeitung» aus Halle. ddp/flb/han

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Comment (1)

  1. Ingo Becker says:

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