E-Books: Deutsche Verleger haben kein Interesse am Amazon Kindle

15. Oktober 2009 | by Alex Reiger

amazon-kindle-dx-first-official-photos by techfever.

Verkehrte Welt: Die Tech-Szene ist dieser Tage wie elektrisiert vom Thema eBook und dem in den USA äußerst populären Amazon Kindle E-Book-Reader. Weltweit versuchen Hersteller und Verlage, dem Geschäftskonzept des Seattler E-Commerce-Riesen Amazon nachzueifern.

Nur in Deutschland stößt der Kindle bei den hiesigen Verlegern bislang kaum auf Interesse. Bisher sind nur drei Titel auf dem Amazon-Lesegerät erhältlich („Wirtschaftswoche“, „Handelsblatt“, „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“), der „Stern“ und andere sind noch keine Kooperation eingegangen, denken aber über ein entsprechendes Angebot nach.

Grund für die Kindle-Ablehnung sei die mangelnde grafische Darstellung und die fehlende direkte Kundenbeziehung, schreibt das Medienfachblatt Werben & Verkaufen (W&V).

— Mehr Info und Pressemitteilung nach dem Seitenwechsel

Pressrelease

Amazon-Lesegerät Kindle: Deutsche Zeitungen und Zeitschriften zeigen wenig Interesse an Zusammenarbeit

München (ots) – Deutsche Zeitungen und Zeitschriften halten offenbar noch wenig von dem neuen elektronischen Lesegerät von Amazon, dem E-Reader Kindle. Dies berichtet das Wochenmagazin Werben & Verlaufen (W&V) in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Danach sind bislang nur Angebote der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dem „Handelsblatt“ und der „Wirtschaftswoche“ verfügbar. Andere Titel wie der „Stern“ überlegen noch, können sich aber bislang nicht zu Kooperationen durchringen.

Grund für die Zurückhaltung ist die Darstellung auf dem
Bildschirm, die bislang keine Farbbilder zulässt. Fotos und
Infografiken, die beispielsweise für den „Focus“ so wichtig seien,
könnten dort nicht wieder gegeben werden, so eine Sprecherin des
Burda-Verlags gegenüber W&V.

Entscheidend aber ist die fehlende Beziehung zum Leser. Beim
Modell Kindle, das dieser Tage auch auf den deutschen Markt kommt,
schließt Amazon direkt einen Vertrag mit dem Abonnenten
ab. Die Verlage verlieren damit den Einfluss auf Preisgestaltung und
den Kontakt zum Kunden und damit auch die Möglichkeit, ihn mit
Werbeangeboten zu kontaktieren. Erfolgreiche Geschäftsmodelle im
E-Publishing könnten aber nur aufgebaut werden, wenn die Verlage
weiterhin direkte Beziehungen zu ihren Lesern hätten, so Alexander
von Reibnitz, Geschäftsführer Digitale Medien beim Verband der
Zeitschriftenverleger.

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