[TechNewsticker] Internet-Rundfunk: ARD und ZDF legen Telemedienkonzepte für Dreistufenstests vor

2. Juni 2009 | by TechFieber.de

ZDF by you. Zum 1. Juni ist der gestern der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag in Kraft getreten, der den öffentlich-rechtlichen Sendern im Internet engere Grenzen setzt. Die ARD und das ZDF legten daher heute Telemedienkonzepte für Dreistufenstests vor.

Inbesondere Textangebote sollen massiv reduziert werden und zudem nur noch zeitlich begrenzt im Netz abrufbar sein. Damit ist auch der Startschuss für die Dreistufentests gefallen, mit denen die Rundfunkräte bis zum 31. August 2010 überprüfen sollen, ob die Telemedienangebote von ARD und ZDF dem öffentlichen Auftrag entsprechen. — Pressemitteilungen von ARD und ZDF nach dem Seitenwechsel

*** Pressemitteilung: 02.06.2009 | 11:00 Uhr ARD legt Telemedienkonzepte für Dreistufenstests vor Stuttgart – ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust: Schärfung des öffentlich-rechtlichen Profils im Interesse der Nutzer Die ARD hat Ende Mai ihre Telemedienkonzepte an die Aufsichtsgremien versandt. Darin sind sämtliche Telemedien-Angebote beschrieben, die die ARD bisher bereitgestellt hat und auch in Zukunft anbieten möchte. Diese werden nun durch die Gremien den sogenannten Dreistufentests unterzogen, die jeweils mit der Publizierung der Konzepte auf den Internetseiten der Rundfunkräte beginnen. ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust: “ Mit den Telemedienkonzepten haben wir die Prüfvorlagen für die Dreistufentests erstellt. Bei unseren Konzepten stehen die Nutzer und ihre Interessen im Mittelpunkt. Unsere Angebote sollen ihnen zuverlässig qualitativ hochwertige und vielfältige Informationen bieten und das vor allem frei zugänglich und werbefrei.“ Die elf Konzepte für die gemeinschaftlichen Angebote der ARD beschreiben im Detail, wie die ARD mit ihren Telemedienangeboten auch in Zukunft ihren Auftrag erfüllen will. Hierzu zählen bekannte langjährige Internetangebote wie ARD.de, DasErste.de, tagesschau.de, sportschau.de und boerse.ARD.de sowie die Webseiten der drei Digitalkanäle EinsPlus, EinsExtra, EinsFestival und – in Abstimmung mit dem ZDF – das Onlineangebot des KI.KA. Die Telemedienkonzepte von 3sat und Phoenix werden federführend durch den Fernsehrat des ZDF geprüft. Außerdem umfassen die Bestandsbeschreibungen auch den Teletext und die elektronischen Programmführer. „Mit dem neuen Staatsvertrag hat der Gesetzgeber erstmals ausdrücklich anerkannt, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen originären Auftrag für Telemedien innehat. In unseren Konzepten legen wir dar, in welcher Weise wir mit unseren Telemedien diesen Auftrag erfüllen und einen Beitrag zum publizistischen Wettbewerb leisten“, so ARD-Generalsekretärin Dr. Verena Wiedemann. Wie im neuen Staatsvertrag gefordert, nimmt die ARD bestimmte Inhalte und Einzelelemente aus den Angeboten heraus, die unter die so genannte „Negativliste“ fallen, etwa einzelne Spiele oder Tarifrechner. In ihren Telemedienkonzepten beschreibt die ARD auch die künftigen maximalen Verweildauerfristen für verschiedene Inhalts- und Darstellungsformen. Der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust bittet die Nutzer um Verständnis, dass künftig weniger Inhalte der ARD im Netz zu finden sind: “ Es geht nicht um den Anspruch, eine Enzyklopädie des Wissens zu sein. Aber es schmerzt nicht nur uns, sondern auch die Nutzer, die – ganz untypisch für das Internet – künftig wohl häufiger bei ihrer Suche erfolglos bleiben. Positiv ist: Durch die journalistische Überprüfung wird das Profil unserer Telemedienangebote noch einmal deutlich geschärft.“ Die ARD hat die Telemedienkonzepte auch an die Staatskanzleien der Länder übersandt. Die Landesrundfunkanstalten legen für ihre Angebote jeweils eigene Telemedienkonzepte vor. *** ZDF Pressemitteilung: ZDF legt Konzept für Telemedien vor / Intendant Schächter: Bewegtbild im Internet ist unsere Kernkompetenz. Mainz (ots) – Das ZDF hat am 29. Mai 2009 das Konzept für seine Online- und Teletextangebote an den ZDF-Fernsehrat und an die Länder übersandt. Es ist die Grundlage für den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Drei-Stufen-Test für die bestehenden ZDF-Telemedien. ZDF-Intendant Markus Schächter sieht in dem Konzept “einen wichtigen Schritt, um für die entscheidenden nächsten Jahre Zukunftssicherheit für das ZDF im Netz zu erlangen”. Das ZDF habe sich sorgfältig und umfangreich auf die Neudefinition seiner Online-Aktivitäten vorbereitet. Dazu gehöre auch, dass in den nächsten Monaten das Angebot im Netz deutlich schlanker und konsequent auf Bewegtbilder ausgerichtet werde. Schächter: “Das Bewegtbild im Internet ist unsere Kernkompetenz. Dafür werden wir den Textanteil deutlich reduzieren und den Videoanteil in den Vordergrund rücken.” Im Telemedienkonzept werden die inhaltliche Ausrichtung von zdf.de, heute.de, sport.zdf.de, ZDFmediathek, tivi.de, theaterkanal.de, unternehmen.zdf.de und ZDFtext beschrieben. Außerdem findet sich dort ein differenziertes Verweildauerkonzept, in dem dargelegt wird, welche Inhalte für wie lange zum Abruf vorgehalten werden sollen. Es entspreche zwar nicht dem Wesen des Internets, Inhalte nach einem kalendarischen Muster wieder zu entfernen. Das ZDF habe aber ein in sich schlüssiges Konzept vorgelegt, publizistisch wertvolle Inhalte für festgelegte Fristen im Netz zu belassen, sagte der ZDF-Intendant. Schwer verständlich bleibe, warum beispielsweise wertvolle Rechte für Sportereignisse nur 24 Stunden im Internet genutzt werden dürften: “Das hat Brüssel nie verlangt und auch nicht gewollt.” Grundsätzlich gilt für alle Onlineangebote des ZDF, dass sie gemäß den gesetzlichen Bestimmungen frei von Werbung und Sponsoring sind. Angekaufte Spielfilme und angekaufte Folgen von Fernsehserien, die keine Auftragsproduktionen sind, werden nicht zum Abruf angeboten. Eine flächendeckende lokale Berichterstattung findet nicht statt. Gemeinsam mit den ARD-Landesrundfunkanstalten hält das ZDF die Onlineangebote 3sat.de, phoenix.de und kika.de zum Abruf bereit. Die Federführung für die Angebote 3sat.de und phoenix.de liegt beim ZDF, das dafür separate Telemedienkonzepte vorgelegt hat. Die Telemedienkonzepte von ZDF, 3sat und Phoenix sowie weitere Informationen zum Thema sind nachzulesen auf der Internetseite www.unternehmen.zdf.de. Der Fernsehrat, in dessen Verantwortung der Drei-Stufen-Test liegt, wird das Verfahren voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung am 26. Juni 2009 eröffnen und anschließend den ‘Fahrplan’, der etwa die Fristsetzung für Stellungnahmen Dritter beinhaltet, auf der Internetseite www.fernsehrat.zdf.de bekannt geben.

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