Neue Regeln für Drohnen-Piloten in 2021

Neue Regeln für Drohnen-Piloten in 2021Drohne kaufen und einfach mal fliegen! Wenn es nur so einfach wäre: Der Himmel war einmal so etwas wie der Wilde Westen für Drohnenpiloten. Aber das war einmal, denn seit Jahresbeginn gelten EU-einheitliche Regeln.

Unterscheidung der Drohnen in verschiedene Kategorien und Risikoklassen

Auch für private Piloten gelten vom 1. Januar 2021 an die neuen EU-einheitlichen Regeln für das zivile Fliegen und Nutzen von Drohnen. Darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin.

Die entsprechende Verordnung unterteilt die Fluggeräte nach Anwendungsszenarien, die abhängig von Gewicht und Einsatzzweck drei Kategorien umfassen: Die offene (open), spezifische (specific) und zulassungspflichtige (certified). Drohnen für private Anwendungen fallen in der Regel unter die Kategorie «open» und dürfen genehmigungsfrei fliegen.

Außerdem werden alle in der EU verwendeten Drohnen entsprechend ihrem Risiko, das anhand des Gewichts, Bewegungsenergie, Bauform und Sicherheitsfunktionen bestimmt wird, in eine Risikoklassen eingeteilt von C0 bis C4.

Je nach Klasse gelten unterschiedliche Auflagen

Drohnen der «führerscheinfreien» Klasse 0 (C0) müssen abflugbreit weniger als 250 Gramm wiegen und dürfen eine horizontale Höchstgeschwindigkeit von 19 m/s erreichen. Zudem dürfen sie nur in direkter Sichtverbindung zum Piloten bis 120 Meter Höhe fliegen.

Je nach Klasse gelten verschiedene Auflagen, wie eine Registrierungspflicht der Piloten sowie eine elektronische ID der Drohne. Die jeweilige Klasse muss zur besseren Orientierung der Käufer auf der Verpackung der Drohne zu finden sein. Außerdem muss jeder neu gekauften Drohne ein Informationsblatt beiliegen mit Hinweis auf die Pflichten während des Drohnen-Betrieb.

Drohnenführerschein und spezielle Regeln für Kameradrohnen?

Ist die Drohne mit einer Kamera ausgestattet, muss sich der Pilot von Januar an in jedem Fall beim Luftfahrtbundesamt (LBA) registrieren. Ebenfalls Registrierungspflicht besteht bei einem Drohnengewicht von über 250 Gramm, unabhängig von einer Kamera. Eine entsprechende Internetplattform des LBA zur Registrierung soll ab dem 31. Dezember 2020 zur Verfügung stehen.

Von diesem Datum an wird es auch zwei Arten von Dokumenten für Piloten geben: den EU-Kompetenznachweis und das EU-Fernpilotenzeugnis. Beide sind fünf Jahre gültig und müssen jeweils durch Wiederholungsprüfungen oder durch Auffrischungskurse verlängert werden.

Flüge im Ausland deutlich erleichtert

Da die neuen Regeln in allen 27 Mitgliedstaaten der EU und in der Schweiz gelten, soll es nun deutlich leichter werden, eine registrierte Drohne in anderen EU-Ländern zu fliegen.

Die Verbraucherschützer weisen ausdrücklich darauf hin, dass man eine Haftpflichtversicherung benötigt, wenn man so ein Fluggerät in Deutschland aufsteigen lassen möchte. Es handele sich um eine Pflichtversicherung für alle Drohnen, unabhängig von Größe und Gewicht.

Fotos: Envato Stock

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