Nahrungsmittel-Produktion verschlimmert Klimawandel #Greentech

Nahrungsmittelproduktion bedroht Klima

Die Konzentration von Distickstoffoxid in der Atmosphäre steigt stark und treibt den Klimawandel an. Es ist neben CO2 und Methan das drittwichtigste durch menschliche Aktivitäten freigesetzte Treibhausgas. Für die menschengemachten Lachgasemissionen ist vor allem der Düngemitteleinsatz in der Landwirtschaft verantwortlich.Durch die wachsende Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln könnte der Ausstoß künftig noch zunehmen. Das hat eine in der Zeitschrift „Nature“ publizierte internationale Studie ergeben, an der das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt war.

Distickstoffoxid – Rund 300-mal so klimaschädlich wie Kohlendioxid

In der Atmosphäre verweilt Distickstoffoxid, auch Lachgas genannt, rund 120 Jahre lang. Zwar kommt es dort nur in Spuren vor, aber wegen seiner starken Treibhauswirkung trägt es auf die Menge bezogen überproportional zum menschengemachten Klimawandel bei.

Die Distickstoffoxidkonzentration in der Atmosphäre liegt bereits heute rund 20 Prozent über dem vorindustriellen Wert. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Anstieg beschleunigt, was auf Emissionen aus verschiedenen menschlichen Aktivitäten zurückzuführen ist.

Laut einer Studie von der Auburn University in Alabama stehen wegen stark steigender Lachgasemissionen die Klimaziele des Pariser Abkommens auf dem Spiel.

Nahrungsmittelproduktion bedroht Klima Grafik

„Verursacht ist der Anstieg der Distickstoffoxidkonzentration in der Atmosphäre vor allem durch den Einsatz von stickstoffhaltigen Düngemitteln. Dazu gehören sowohl synthetische Dünger als auch organische Dünger aus tierischen Ausscheidungen“, erklärt die Ökosystemforscherin Almut Arneth.

Da die Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln weltweit weiter wächst, befürchten die Forscherinnen und Forscher, dass auch die globale N2O-Konzentration in der Atmosphäre weiter steigen und zum Klimawandel beitragen wird.

N2O-Emissionen in Europa zurückgegangen

Wie die Studie weiter zeigt, sind die menschengemachten Lachgasemissionen in Ost- und Südasien, Afrika und Südamerika am höchsten. Besonders hohe Steigerungen weisen Schwellenländer auf wo Ackerbau und Viehbestand stark zugenommen haben.

In Europa dagegen sind die Distickstoffoxid-Emissionen zurückgegangen, sowohl in der Landwirtschaft als auch in der chemischen Industrie. Dies wird auf verschiedene Anreiz- und Schutzmaßnahmen zurückgeührt. So ist die Landwirtschaft in vielen westeuropäischen Ländern dazu übergegangen, Stickstoff effizienter einzusetzen.

Fotos: Karlsruher Institut für Technologie – Allgemeine Services – Crossmedia

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