Apple zeigt kein iPhone 12 – aber Abo für alle Fälle

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Sehnsüchtig hat die Apple-Community bei Apple Livestream-Event aus dem Headquarter im Silicon Valley auf Neuheiten in Sachen iPhone 12 gewartet ¬ und wurde enttäuscht. Statt neuer Smartphones sind immerhin neue Apple-Uhren und iPads im Anmarsch.

Seit mehr als zehn Jahren ist bei Apple regelmäßig im September Showtime. Große Bühne, große Innovationen, große Unterhaltung, für die auch schon mal mit Unterstützung durch Kultbands wie U2, OneRepublic oder der australischen Sängerin Sia gesorgt wurde.

Leere Gänge, kein Gedränge

Wichtige Meilensteine in der Apple-Geschichte wurden in den letzten Jahren stets im Spätsommer-Monat präsentiert. Darunter etwa Apple TV, die erste Apple Watch oder das für die gesamte Mobilebranche richtungsweisende iPhone X. Und nun: 2020. Leere Gänge, kein Gedränge vor Ort – und keine neuen iPhones.

Der kalifornische Tech-Konzern hat am Hauptsitz in Cupertino seine Herbst-Neuheiten zum ersten Mal rein virtuell vorgestellt. Der Corona-Pandemie ist auch geschuldet, dass nicht wie üblich neue Smartphones mit dem Apfel-Logo als Highlight des Events ihre Premiere feierten, sondern wegen Verzögerungen noch etwas länger auf sich warten lassen. Analysten und andere Insider rechnen mit einer Markteinführung der neuen iPhone-Generation mit der schnellen 5G-Datenfunk-Technik nicht vor Ende Oktober.

Detail-Optimierungen statt Produkt-Feuerwerk

Im Apple Park, wie der riesige runde Firmenkomplex im Silicon Valley genannt wird, konzentrierte sich die aufgezeichnete Tech-Show vor allem auf die Apple Watch und den Tablet-Computer iPad. Kurz zusammengefasst: Bahnbrechende Neuheiten oder ein Innovationen-Feuerwerk gab es heute nicht zu verkünden. Dem via Online-Stream zugeschalteten Publikum wurden eher Detailverbesserungen dieser zwei Apple-Mobil-Produkte dargeboten.

Zunächst zur neuen Apple-Uhr. Der kalifornische Konzern ist seines Zeichens aktuell unangefochtener Weltmarktführer im Smartwatch-Bereich. Laut Studien von GlobalData hielt Apple einen Marktanteil von 60 Prozent bei Smartwatches im Jahr 2019. Und diese Position will der Konzern mit dem angebissenen Apfel-Logo sehr gerne weiter ausbauen.

Entsprechend hat Apple heute eine neue Generation, die mittlerweile sechste, seiner vernetzten Armbanduhr präsentiert, die nun unter anderem mit einem Blutsauerstoff-Sensor zur Erkennung von potenziellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen samt dazugehöriger App, neuem Betriebssystem watchOS 7 und durchaus pfiffigen Fitness-App-Features, Gehäuse-Finishes und verschlusslosen Stretch-Armbändern kommt.

Und auch bunter wird es für die iUhr: Es gibt die neuen Chassis-Farben Rot, Blau und Graphit.

Apple iPhone 12 event stream

Einsteiger-Apple-Watch

Ausserdem will Apple nun mit einer günstigeren Apple Watch SE neue – insbesondere jüngere – Kunden für den Wearables-Bereich begeistern und die Konkurrenz der preiswerten Fitness-Bänder wie etwa von Fitbit oder Huami abschütteln. Die Apple Watch SE soll für Preise ab 279 Dollar zu haben sein, der grosse Bruder, die Apple Watch Series 6 kostet ab 399 Dollar. 

Analog zum günstigen iPhone SE mit abgespeckter Technik ist die präsentierte Einsteiger-Uhr Apple Watch SE nicht so performant wie der grosse Bruder, die neue Apple Watch Series 6. In der SE ist der Prozessor der älteren Apple Watch Series 5 eingebaut, in der Einsteiger-Apple-Watch fehlt zudem die Funktion zum Messen von EKG und Blutsauerstoff.

Über die Funktion »Family Link« will Apple auch komplette Familien für die Smartwatch gewinnen: Kinder ohne eigenes iPhone sollen über eine entsprechende Familienkonfiguration der Eltern ebenfalls eine Apple Watch nutzen können. Über die „Family Link“-Funktion können Erziehungsberechtigte unter anderem auch spezielle Einstellungen für die Hausaufgaben der lieben Kleinen vornehmen oder Aktivitäts- und Standort-Daten einsehen.

iPad-Highlights

Einige technische Neuheiten gibt es beim Flachrechner iPad zu vermelden. Der Steve-Jobs-Konzern hat in der achten Generation des in die Jahre gekommenen Apple-Tablets mit 10,2-Zoll-Display einen flotteren A12-Prozessor verbaut, der laut Hersteller 40 Prozent leistungsstärker sein soll als der Rechenchip im Vorgänger-iPad-Modell.

Der neue iPad wird für Preise ab 329 Dollar zu haben sein und kann in Kombination mit dem neuesten iPad-Betriebssystem OS14 über den Apple-Digital-Stift »Pencil« jetzt auch Handschriften erkennen.

Neuentwickelter A14-Chip

Ordentlich Dampf macht der Tech-Riese dem neu gestalteten iPad Air mit 10,9-Zoll-Display: Im Herzen des 599 US-Dollar teuren Mobilgeräts werkelt der neuentwickelte A14-Chip. Dieser Highend-Mobilprozessor von Apple soll auch das kommende iPhone-Top-Modell antreiben und hat laut Hersteller auch spezielle Funktionen für Machine Learning an Bord.

Apple rühmt sich sogar damit, dass der A14-Prozessor schneller sei als die meisten Windows-Laptops auf dem Markt. Im Vergleich mit »Chromebook«-Computern mit Google-Betriebssystem sei der neue iPad Air sogar sechsmal schneller.

Ein weiterer Clou beim jüngsten iPad Air, das vom Design her stark an das iPhone 5 oder ältere iPad-Pro-Modelle erinnert, ist der neu positionierte Fingerprint-Scanner zur Entsperrung des Tablets am Ein/Aus-Knopf am oberen Geräte-Rand, der den Home-Button auf der Front-Seite des Apple-Tablet-PCs ersetzt.

Auch die beiden Kameras wurden verbessert: Sie lösen nun mit zwölf bzw. sieben Megapixeln auf und ermöglichen die Aufnahme von 4K-Videos.

Und noch eine Detailverbesserung: Die neue iPad-Air-Generation setzt auf den USB-C-Anschluss und nicht mehr auf den sonst bei Apple-Mobilgeräten verbauten »Lightning«-Anschluss. Laut Hersteller können damit deutlich höhere Übertragungsraten beim Datenaustausch mit anderen Geräten realisiert werden.

Abo-Services für Sport und Entertainment

Auch bei der Software und den App-Angeboten hat sich einiges getan: So hat sich Apple etwa ein eigenes Workout-Programm namens »Fitness+« verpasst. Für zehn US-Dollar im Monat bekommen Apple-Watch-User virtuelle Trainingseinheiten von den »weltbesten Trainern« auf ihre iUhren und andere Apple-Mobilgeräte geliefert.

Dabei können die von der Apple-Smartwatch aufgezeichneten Fitness-Daten während der Trainingseinheit automatisch an das Gerät geschickt werden, über das ein Workout-Video abgespielt wird. Durch das Zusammenspiel sollen die Aktivitäten optimiert werden, etwa indem im passenden Moment zum Durchhalten motiviert wird.

Der neue Fitness-Service kann überdies gleich im Paket mit anderen Apple-Diensten gebucht werden. Mit einem neuen Gesamtpaket namens »Apple One« bietet der iPhone-Hersteller seine Services künftig gebündelt als „ein Abo für alles“ an.

Enthalten sind dabei im grösstmöglichen Bündel neben Apple Music, Apple TV+, Arcade und iCloud auch Apple News+ und besagtes Fitness+.

Neues iPhone 12 kommt im Oktober

Der Launch des neue iPhone 12 wird indessen für Oktober erwartet  – einen offiziellen Starttermin seitens Apple gibt es allerdings nicht. Analysten prognostizieren, dass der Apfel-Konzern erstmals vier Modelle einer neuen iPhone-Generation auf den Markt bringen wird.

Mit dem iPhone 12 (5,4 Zoll) erscheint ein kompaktes und etwas günstigeres Modell, das 90 Euro unter dem Startpreis des iPhone 11 liegen dürfte.

Neu ist die iPhone 12 Max-Variante, die mit 799 Euro in der gleichen Preisklasse wie das iPhone 11 im letzten Jahr liegen könnte. iPhone 12 Pro und 12 Pro Max starten wohl ebenso in den Preiskategorien ihrer direkten Vorgänger. Apple wird alle Modelle mit 128 GB und 256 GB großem Speicher anbieten. Das iPhone 12 Pro Max soll zudem in einer extragroßen 512 GB-Variante erscheinen.

Insider prognostizieren indessen bereits, wie sich der Preis für die neueste Apple-iPhone-Generation entwickeln dürfte: Schon nach zwei Monaten soll der Preis des iPhone 12 laut Preis-Prognose von Idealo um 70 Euro fallen. Nach fünf Monaten könnte der Preis sogar runter auf knapp 600 Euro gehen.

 

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