Generation Ü50 zockt am meisten Computerspielen #Studie

Gerade in Zeiten von Corona wird besonders viel gedaddelt. Ob am PC, Fernseher, Tablet oder Smartphone: Millionen Deutsche verbringen viel Zeit mit Computerspielen – insbesondere die Generation Ü50 zockt gerne Computerspiele, sagt zumindest eine neue Studie zu Computerspielen.

Die Untersuchung im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse kommt zum Ergebnis, dass es keinesfalls jungen Menschen sind, die am häufigsten online oder offline zocken, sondern die Älteren. Demnach daddeln fast jeden Tag …

  • rund 23 Prozent der 50- bis 69-Jährigen
  • rund 20 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und nur
  • rund 15 Prozent 16- bis 29-Jährigen.

Die jüngsten spielen am seltensten

Die jüngsten Befragten spielen also am seltensten, dafür aber häufig länger: Die Hälfte der 16- bis 29-Jährigen zockt allein werktags mindestens eine Stunde am Tag. Erschreckend: Immerhin fünf Prozent davon kleben sogar acht Stunden oder länger vor PC, Tablet & Co. – an den Wochenenden sind es sogar sieben Prozent zeigt die Umfrage zu Computerspielen.

Umfrage zu Computerspiele

Corona-Krise hat die Lage nun noch einmal verschärft

Die Corona-Krise hat die Lage nun noch einmal verschärft – über alle Generationen hinweg: Rund jeder Vierte, der ohnehin schon fast jeden Tag daddelt, sagt, dass er seit der Pandemie mehr spielt als zuvor. 38 Prozent derjenigen, die werktags bereits mindestens zwei Stunden am Tag zocken, sagen ebenfalls, dies seit der Krise häufiger zu tun. Und sogar rund jeder Zweite, der an den Wochenenden ohnehin schon mindestens zwei Stunden am Stück daddelt, spielt seit Corona mehr als vorher.

Ü50 daddelt gern und viel zwecks Stressbewältigung

Häufige Gründe für exzessives Computerspielen sind Stressbewältigung und Ablenkung. Falkenstein: „Besonders Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl nutzen die Games, um sich von Frust und Unsicherheit zu befreien. Sie genießen die virtuelle Unbeschwertheit, auch wenn das reale Leben derweil zusammenbricht.“ Laut Umfrage spielen 22 Prozent zum Stressabbau und 28 Prozent, um vom Alltag abzuschalten. Für die überwiegende Mehrheit – nämlich 78 Prozent der Befragten – steht aber der Spaß im Vordergrund.

Umfrage zu Computerspiele

Ursachen für Computer-Spiele-Sucht ermitteln

Um exzessiv spielenden Menschen zu helfen, sei es vor allem wichtig, die Ursachen für eine Sucht zu ermitteln, erläutert Falkenstein. Das können etwa Depressionen oder soziale Angststörungen, aber auch eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sein. Solche Erkrankungen können eine Spielsucht auslösen, die wiederum andere Erkrankungen wie Fettleibigkeit, verstärkten Alkohol- und Nikotinkonsum, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Augenprobleme verursachen kann.

Dass auch immer mehr ältere Menschen dem Reiz digitaler Spiele verfallen, liegt nicht zuletzt an einer wiederentdeckten Leidenschaft: Denn schließlich war die Generation 50 plus bei der Geburtsstunde der PC-Spiele in den achtziger Jahren mit am Drücker.

Best Ager entdecken Rollenspiele wie World of Warcraft

Dabei geht es nicht nur um Gedächtnis- oder Glücksspiele, die man der Generation 50 plus am ehesten zuschreibt. Immer mehr Best Ager entdecken auch Rollenspiele wie World of Warcraft für sich. Und diese sowie Shooter und Strategiespiele haben besonderes Suchtpotenzial. Sie können besonders fesseln, denn die Übernahme einer Rolle ist meist mit einer starken Identifizierung verbunden. Menschen, die nicht mehr vom Spielen loskommen, sollten sich Hilfe – etwa bei einer Suchtberatungsstelle oder in einer Selbsthilfegruppe – zu suchen.

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