Test: Wiko View 4 Lite Smartphone im Hands-On

Test Wiko View 4 Lite    

Gut und günstig: Hands-on Test mit dem Android-10-Smartphone Wiko View 4 Lite: Was kostet ein gutes Einsteiger-Smartphone? Noch vor ein paar Jahren hätten Sie für das gleiche Geld ein leistungsschwaches Handy bekommen. Heute bieten selbst günstige Einsteiger-Smartphones unter 200 Euro deutlich mehr Leistung.

Preisbewusste Nutzer finden bei dem französischen Unternehmen Wiko schon seit einigen Jahren solide Smartphones mit ordentlicher Ausstattung.

Jetzt hat der Hersteller zwei neue Modelle gezeigt: das Wiko View 4 und Wiko View 4 Lite. Beide Geräte haben das aktuelle Betriebssystem Android 10 sowie ein großes Display mit 6,52 Zoll Bilddiagonale. Das Wiko View 4 Lite haben wir jetzt ausführlich getestet.

Test Wiko View 4 Lite 

Gelungenes Design

Günstige Geräte wie das View 4 Lite können und wollen natürlich nicht mit dem Design hochpreisiger Top-Modelle mit Metallrahmen und Glasrückseite konkurrieren. Die Hülle beim View 4 Lite ist aus Kunststoff gefertigt, sieht dabei aber trotzdem wertig aus.

Was man in der Hand spürt, ist ein solides Stück Technik, mit sehr guter und bündiger Verarbeitung – scharfe Kanten sucht man hier vergebens. Der Bildschirm hebt sich etwas vom Gehäuse ab, aber das stört nicht wirklich. Einzige Mankos: Einen Fingerabdrucksensor sucht man sowohl auf der Rückseite als auch vorne vergeblich.

Das Gerät wird ganz klassisch per PIN oder Passwort entsperrt. Auch die Nahfunk-Technik NFC bietet das Gerät nicht – damit fallen Anwendungen wie berührungsloses Bezahlen via Google Pay weg. Kabelloses Aufladen klappt auch nicht, USB-C oder eine Schnellladefunktion fehlen ebenfalls.

Großes Display, weniger Schärfe

Mit seiner 6,52 Zoll großen Bild-Diagonale bietet das View 4 Lite ordentlich viel Bildschirmfläche. Wie bei fast allen aktuellen Smartphones hat auch das View 4 Lite für die Frontkamera eine kleine Aussparung (Notch).

Die Auflösung des Displays ist mit 1600 x 720 Pixeln gering und bringt es zwar nur auf eine Pixeldichte von 269 ppi (Pixeln Pro Zoll) – das ist allerdings für die meisten Anwendungen im Alltag völlig ausreichend.

Wiko verzichtet auf einen OLED-Bildschirm, daher ist das Schwarz nicht so satt und es fehlt manchmal auch an Kontrast. Auch die Blickwinkelstabilität lässt ein bisschen zu wünschen übrig. Verändert man den Betrachtungswinkel, ist die Bildqualität nicht mehr ganz gleichmäßig.

Trotz dieser Einschränkungen ist der Bildschirm des View 4 Lite gemessen an der Preisklasse absolut in Ordnung, auch die Schärfe und die Darstellung der Farben sind vollkommen ausreichend.

Überraschend gute Kamera

Auf der Rückseite hat das View 4 drei Linsen. Die Hauptkamera ermöglicht Aufnahmen im normalen Modus und Nachtmodus bei 12 Megapixel und dank zusätzlichem Tiefensensor auch Porträts mit Bokeh-Effekt.

Die Fotos der Hauptkamera überraschen bei Tageslicht mit detailreicher Darstellung und natürlichen Farben. Bei Dunkelheit macht der Nachtmodus noch vieles sichtbar.

Den starken Detailverlust kann er aber auch nicht kompensieren und so sehen die Fotos mit oder ohne Nachtmodus etwas verschwommen aus und zeigen deutliches Bildrauschen. Der Superweitwinkel zeigt ein schön breites Panorama mit einem Blickwinkel von 114 Grad. Die geringe Auflösung lässt feine Details zum Teil verschwinden.

Für Selfies gibt es eine Frontlinse mit 5-Megapixel-Auflösung, die bei guten Lichtverhältnissen noch ordentliche Fotos knipst. Videos nimmt das Wiko View 4 mit 1080p-Auflösung auf. Fotowunder darf man nicht erwarten – doch allein die Option einer Weitwinkellinse und eines Porträt-Effekts sind in dieser Preisklasse immerhin schon bemerkenswert.

Test Wiko View 4 Lite 

Leistung und Speicher

Im Innern werkelt ein Achtkern-Prozessor (Mediatek) mit 2 Gigabyte Arbeitsspeicher. Manchmal gibt’s bei aufwendigeren Spielen leichte Ruckler, aber Full-HD-Filme werden flüssig abgespielt.

Der interne Speicher ist mit 32 Gigabyte für den Preis von knapp unter 130 Euro großzügig bemessen und lässt sich mit einer microSD-Speicherkarte um 256 Gigabyte erweitern.

Gute Akkulaufzeit

Der Energiespeicher ist mit 4.000 Milliamperestunden (mAh) üppig bemessen. Im Praxis-Test machte das Wiko View 4 Lite eine gute Figur. Bei dauerhafter Videowiedergabe hielt das Smartphone immerhin über 9 Stunden durch.

Angesichts der täglichen Nutzung, bei der auch weniger anspruchsvolle Anwendungen und lange Standby-Zeiten hinzukommen, erscheint die vom Hersteller versprochene Laufzeit von zwei Tagen nicht übertrieben.

Anschlüsse und Extras

Gut: Das installierte Android 10 wurde kaum angepasst und bleibt größtenteils so, wie Google es erdacht hat – übersichtlich, und aufgeräumt. Wiko verzichtet also auf die vielen oftmals unnötigen Spielereien, die man bei so manchem Konkurrenten vorfindet und die meistens Speicherplatz fressen.

Ein Kopfhörerausgang (3,5 mm Klinke) ist auch dabei, geladen wird per Micro-USB bei herkömmlicher Geschwindigkeit mit 10 Watt. Nette Extras: einen dezidierten Google-Button, mit dem sich der smarte Assistent jederzeit aufrufen lässt.

Und eine Benachrichtigungs-LED, die anzeigt, wenn News eintreffen. Auch für eine zweite SIM-Karte ist Platz, ohne Verzicht auf die Speichererweiterung.

Test Wiko View 4 Lite 

Fazit Hands-On-Test Wiko View 4 Lite 

Lohnt sich der Kauf? Auch das View 4 Lite folgt Wikos Philosophie, günstige Smartphones mit ordentlicher Ausstattung anzubieten. Mit dem großen Akku beweist es sich als echter Dauerläufer, die Kamera überrascht mit tauglichen Fotos bei Tageslicht, der Speicher ist wie das riesige Display großzügig bemessen.

Schwächen gibt es allerdings bei der Bildqualität: Der Verzicht auf OLED-Technologie und damit auf satte Farben und tiefes Schwarz ist bei Mittelklasse-Geräten unter 150 Euro durch zu verschmerzen.

Preis und technische Daten zum Wiko View 4 Lite

Das Wiko View 4 Lite ist seit Ende April im Handel erhältlich. Das Gerät gibt’s in Blau („Deep Blue“), Gold („Deep Gold“) und Grün („Deep Green“). Der Hersteller gibt eine unverbindliche Preisempfehlung von 129,99 Euro an.

  • Display: IPS, 6,52 Zoll
  • Auflösung: 1600×720 Pixel
  • Pixeldichte: 269 ppi
  • Betriebssystem: Android 10
  • Kamera: Dreifach (13 + 2 + 5 Megapixel)
  • Frontkamera: 5 Megapixel
  • Akku: 4.000 mAh
  • Speicher: 32 Gigabyte
  • Arbeitsspeicher: 2 Gigabyte
  • Anschlüsse: Kopfhörerausgang (3,5 mm Klinke), Micro-USB
  • Dual-SIM-fähig

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.