Grünes Licht: Mit LED bedrohte Schildkröten vor Beifangtod retten

Klimawandel, Umweltzerstörung, illegaler Handel und vor allem auch der Fischfang in den Meeren unserer Welt bedrohen das Leben von Schildkröten. Der Einsatz von LED Licht soll nun den Schildkröten helfen. Unzählige Meeresschildkröten sterben einen qualvollen Tod, da sie sich als Beifang in Netzen von Fangflotten verfangen.

Um die urtümlichen Panzertier, die schon seit Millionen von Jahren auf unserem Planeten zuhause sind, zu retten, haben Forscher der University of Exeter vor drei Jahren damit begonnen, den Einsatz von grünem LED-Licht zu testen.

Kleine LED Lichter machen für Schildkröten einen großen Unterschied

Mit Erfolg: Bei umfangreichen Versuchen des Teams um Dr. Jeffrey Mangel und Professor Brendan Godley in Küstengewässern von Peru verfingen sich in leuchtenden Netzen 64 Prozent weniger der dort stark verbreiteten Grünen Meeresschildkröten als in Netzen ohne Licht.

An 500 Meter langen Stellnetzen auf dem Meeresboden wurde alle zehn Meter ein LED-Licht platziert. Also 50 Lichter pro Netz, was – wie die Wissenschaftler vorrechnen – rund 34 US-Dollar macht, um das Leben einer Schildkröte zu retten. Eine einfache und kostengünstige Methode, so das Fazit.

Einfach, aber effektiv

Der Einsatz der LEDs hatte zudem keinerlei Einfluss auf das Fangergebnis. Die Fischer hatten ihre Netze ausgelegt, um Rochen zu fangen – diese können grünes Licht nicht wahrnehmen.

Das Forschungsprojekt wird von ProDelphinus, der britischen Darwin-Initiative und der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) unterstützt und auf größere Gebiete ausgeweitet. Die Biologen wollen auch mit verschiedenen Lichtfarben experimentieren, die andere bedrohte Schildkrötenarten von den Netzen fernhalten könnten.

Hoffnungsschimmer: Schildkröten mit LED Lichtern retten

Alle Arten von Meeresschildkröten sind nach Angaben des WWF streng geschützt. Mittlerweile ist laut der Umweltschutzorganisation der Beifangtod die stärkste Bedrohung für die Meeresschildkröten. Stellnetze werden auch erfolgreich mit akustischen Signalgebern versehen, um Wale und Delfine auf Abstand zu halten.

Anlässlich des letzten World Sea Turtle Day im Juni macht unter anderem die gemeinnützige Organisation SeeTurtles.org darauf aufmerksam, mit welchen Maßnahmen jeder einzelne dazu beitragen, die bedrohten Tiere besser zu schützen – insbesondere auch, wenn man als Tourist unterwegs ist. Auch Earthday.org klärt über bedrohte Tierarten und achtsamen Umgang auf.

Auch die Vereinten Nationen haben in diesem Jar bereits gewarnt, dass rund eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind. Viele seien so gefährdet, dass sie bereits „in den kommenden Jahrzehnten“ verschwinden könnten, heißt es im ersten globalen UN-Bericht des Weltbiodiversitätsrates IPBES zur weltweiten Artenvielfalt.

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