Netflix will gegen Passwort-Sharing vorgehen

Netflix will gegen Passwort Teilen vorgehen

Der Streaming-Dienst Netflix hat bis dato das «Teilen» von Konten und Passwort stillschweigend toleriert. Nun möchte die unter steigendem Wettbewerbsdruck stehende Video-Plattform Netflix das Abonnement-Sharing eindämmen.

Netflix will «kundenfreundliche Möglichkeiten» gegen das Passwort-Sharing

«Sharing is fun» hört man oft, wenn amerikanische Eltern ihrem Nachwuchs das Teilen beibringen wollen. Beim Streaming-Dienst Netflix aber hat der Spass wohl bald ein Ende: Der Video-Streaming-Pionier aus dem kalifornischen Los Gatos will strenger gegen unerlaubtes Account-Sharing vorgehen, das vielfach durch die Weitergabe von Zugangsdaten praktiziert wird.

Im Rahmen eines Interviews erklärte der Netflix-Manager Greg Peters, dass das Unternehmen das Teilen von Passwörtern beobachtet. Es werde geprüft, ob es «kundenfreundliche Möglichkeiten» gebe, die Problematik anzugehen.

«Teilen» von Netflix Passwort bisher toleriert

Bisher hat der Streaming-Pionier das unerlaubte Abo-Sharing nicht geahndet. Im Gegenteil: Noch 2016 hatte Netflix-Chef Reed Hastings die Weitergabe von Login-Daten sogar als «positiv» bezeichnet. Auch andere Streaming-Anbieter hielten die Praxis mitunter für eine Möglichkeit, neue Nutzer gewinnen zu können.

Inzwischen weht jedoch ein schärferer Wind, der Streaming-Markt ist hart umkämpft, weitere Anbieter – allesamt Branchengrössen – stehen mit neuen Diensten in den Startlöchern. Apple etwa startet sein Video-Streaming-Angebot TV+ am 1. November zu kämpferischen Konditionen, Film-Urgestein Disney legt in den USA mit dem Dienst Disney Plus nur knapp zwei Wochen später nach.

Kampf um die Vorherrschaft

Nutzer verprellen will Netflix also sicher nicht. Allerdings müssen auch die Zahlen stimmen – gerade hat das Unternehmen ein zweites Mal in Folge das selbst gesteckte Ziel bei der Gewinnung neuer Nutzer nicht ganz erreicht. Im Heimatland USA hatte der erfolgsverwöhnte Pionier im Sommer sogar einen Rückgang der Nutzerzahlen zu verbuchen müssen – ein Novum in der Firmengeschichte.

Branchenexperten zufolge sollen dem Unternehmen Einnahmen in Millionenhöhe durch das Teilen von Accounts entgehen. Bereits 2016 teilten laut der Marktforschungsfirma Magid 35 Prozent der Millenials Passwörter für Streaming-Dienste. Bei der etwas älteren Generation X seien es 19 Prozent, bei den Babyboomern 13 Prozent.

Dabei hat Netflix sein Angebot kontinuierlich angepasst und bietet neben dem Basis-Abo für einen Nutzer und ein Gerät zum Preis von 7,99 Euro pro Monat Optionen für unterschiedliche Familien- oder Haushaltsgrössen. Im Standard-Abo etwa können Inhalte gleichzeitig auf zwei Geräten geschaut werden, im Premium-Gemeinschafts-Abo können bis zu vier Nutzer streamen.

Abhilfe gegen das Teilen des Passwort für Netflix per KI-Software

Mehrfachnutzern eines Zugangs könnte Netflix künftig auch mithilfe von künstlich intelligenter Software auf die Spur kommen. Anfang des Jahres hat die britische Firma Synamedia bereits ein Programm vorgestellt, das das unerlaubte Teilen eines Digital-Abo-Accounts automatisch erkennen soll.

Die Software namens Credentials Sharing Insight analysiert das Streaming-Verhalten eines Nutzers und soll bei typischen Anzeichen eines gemeinsam genutzten Kontos Alarm schlagen. In die Analyse soll neben Login-Ort und -Uhrzeit auch einfliessen, welcher Content auf welchem Gerät angeschaut wird.

Netflix ist Weltmarktführer beim Videostreaming, auf Platz zwei liegt der Amazon-Prime-Dienst des amerikanischen E-Commerce-Riesen Amazon.

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