Noch mehr Falt-Handys im Anmarsch

Falt Handy

Das Gerangel um die besten Startplätze im Hoffnungsträger-Markt für Falt-Handys und Faltcomputer nimmt zu. Vor allem Samsung drückt bei seinem faltbaren Smarthone Galaxy Fold aufs Gas. Die Produktion des seit September erhältlichen Falt-Handys soll Medienberichten zufolge um mehr als das Zehnfache gesteigert werden. Der südkoreanische Konzern will im kommenden Jahr demnach bis zu sechs Millionen faltbare Geräte verkaufen.

 

Bislang soll der Smartphone-Primus etwa eine halbe Million seines ersten faltbaren Smartphones abgesetzt haben – trotz einem stolzen Preis von 2.100 Euro. Anfängliche Schwierigkeiten hatten die Markteinführung zunächst verzögert. Aufgrund von Problemen mit dem Faltmechanismus und Schäden am Display bei Praxistests ausgewählter Vorab-Nutzer war der geplante April-Start des Smartphones verschoben worden.

Falt Handys Samsung

Erstes faltbares Samsung-Handy

Das Galaxy Fold lässt sich dank neuartiger Technik mit biegbarem Display zu einem durchgängigen Bildschirm in Tablet-Grösse aufklappen. Für den zweiten Anlauf im September hat Samsung ordentlich nachgebessert und bietet nun ein Gerät, das für den täglichen Einsatz bereit scheint.

Es sind ambitionierte Ziele, die Samsung dabei verfolgt – ursprünglich hatte der Tech-Riese sogar zehn Millionen verkaufte Falthandys anvisiert. Das will der Konzern nun ab 2021 erreichen können.

Falt-Handys: Topp oder Flopp? Experten weniger optimistisch

Branchenexperten dagegen sind eher zurückhaltend – handelt es sich doch bislang um Nischengeräte für Technikenthusiasten, die auch vor hohen Preisen nicht zurückschrecken. Die Marktforscher von IHS Markit etwa rechnen im nächsten Jahr weltweit mit einem Absatz von nur drei Millionen faltbaren Smartphones insgesamt. DSCC ist etwas optimistischer und prognostiziert vier bis fünf Millionen Falt-Handys.

Einem breiteren Durchbruch könnte es helfen, dass Samsung offenbar ein zweites und wohl günstigeres Falt-Modell für 2020 plant. US-Medien berichteten vergangenen Monat zumindest von einem Galaxy Fold 2, das kleiner als das aktuelle ist und im Februar kommenden Jahres gezeigt werden könnte. Gemutmasst wird, dass beim zweiten Fold-Modell statt Polymid-Folie sogenanntes Ultra-Thin-Glas zum Einsatz kommen soll, das einen besseren Schutz vor Kratzern bieten könnte.

Andere Hersteller schlafen nicht bei Falt-Handys

Samsung muss den aktuellen Meldungen zufolge in seine Werke in Vietnam investieren, um zusätzliche Smartphone-Module herstellen zu können. Materialien und Teile wie das transparente Polyimid und auch Ultra-Thin-Glas für die biegbaren OLED-Bildschirme werden in ausreichenden Mengen benötigt. Vor allem beim Ultra-Thin-Glas gehen Experten offenbar von einer Verknappung aus.

Nicht zuletzt sind auch andere Hersteller mit ersten Falthandys am Start. Seit geraumer Zeit hat etwa Huawei mit dem Mate X ein faltbares Gerät angekündigt. Anders als der Samsung-Falter wird das Smartphone des chinesischen Konkurrenten nach aussen aufgeklappt. Der Marktstart war zunächst im Sommer erwartet worden und soll nun Mitte November erfolgen – zunächst jedoch nur in China, wie das Unternehmen heute bei einer Präsentation des Faltgerätes ankündigte.

Auch Lenovo steht mit seinem ersten faltbaren Computer in den Startlöchern. Der Laptop des chinesischen Herstellers mit biegbarem OLED-Display ist ein Gerät der Thinkpad-X1-Serie und soll im Frühjahr kommenden Jahres herauskommen, voraussichtlich zum MWC. Der faltbare PC wird mit Windows 10 ausgestattet sein. Die Hardware sei einsatzbereit, an der Software müsse noch etwas nachgebessert werden, so Lenovo bei der Präsentation seines Foldables.

 

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