NRW: Polizei setzt Hunde als Datenjäger ein

polizei Hund datenschnueffler Smartphone Tiere machen Sachen – Hund sucht Smartphone, Festplatte & Co.: Die Polizei in Nordrhein-Westfalen nimmt die Digitalisierung besonders ernst und hat im Zuge dessen einen Teil ihrer Spürhunde umgeschult und zu Daten-Schnüfflern ausgebildet. Die Hunde sollen zur Sicherung von Beweisen eingesetzt werden, indem sie versteckten Speichermedien auf die Spur kommen.

Die Tiere, die CDs, Festplatten, Speicherkarten, USB-Sticks, Smartphones und winzige SIM-Karten finden sollen, waren zuvor bereits als Rauschgiftspürhunde im Einsatz.

Insgesamt fünf ihrer Diensthunde hat die Polizei in einem 20-tägigen Lehrgang fortgebildet. Die offizielle Bezeichnung der Spezial-Schnüffler lautet Datenspeicherspürhunde.

Polizei Hunde als Datenjäger: Versteckte Handys & Co. finden

Die Zusatzausbildung der Polizeihunde ist eine Konsequenz aus dem «Fall Lügde», wie das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen mitteilte. Hier habe ein Datenspeicherspürhund angefordert werden müssen und gute Dienste geleistet.

Im Fall des massenhaften und jahrelangen Missbrauchs von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde konnten mithilfe des speziell ausgebildeten Diensthundes «Artus» der sächsischen Justiz Beweismittel sichergestellt werden. Der Spürhund, der sonst in Gefängnissen Handys erschnüffelt, hatte unter anderem einen USB-Stick in einem Sesselspalt in der zugemüllten Behausung des Hauptbeschuldigten gefunden.

Hunde mit besonderem Riecher

Im Mai konnten auch durch einen Datenspeicherspürhund der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen mehrere Beweismittel aufgefunden werden.

Bei der Polizei sind diese Spezialhunde ein Novum. Nur Vorreiter Sachsen hat bereits im Frühjahr mit einem Pilotprojekt begonnen und einen Polizeihund eingesetzt, dessen feiner Geruchsinn auf die Suche nach Speichermedien und Handys getrimmt ist. In den USA sollen rund 20 derart abgerichtete Hunde im Polizeidienst sein, in Grossbritannien zwei.

Experten zufolge ist es deutlich schwieriger, Hunde auf Datenträger abzurichten als auf Drogen oder Sprengstoff. Nur wenige Vierbeiner sollen dazu überhaupt in der Lage sein, erschnüffelt wird demnach ein Mischgeruch aus Chemikalien und Werkstoffen.

Bundesweiter Einsatz für Schutzhunde

Die nun neu ausgebildeten Datenträger-Hunde sind in Köln und Recklinghausen stationiert. Bei Bedarf können sie von dort für Einsätze bundesweit angefragt werden. Nach Angaben des Ministeriums sind die mehr als 300 Diensthunde der nordrhein-westfälischen Polizei als Schutzhunde sowie Spezialisten für Rauschgift, Sprengstoff, Personen, Brandmittel, Leichen und Banknoten im Einsatz.

Dass die vierbeinigen Helfer sogar noch mehr als Schnüffeln können, hat im letzten Jahr ein Diensthund in Spanien gezeigt, der sich an einer Herzmassage versuchte, als ein Polizeibeamter zu Übungszwecken am Boden lag.

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