Künstliche Intelligenz gegen Kinderpornographie #KI

KI hilft im Einsatz gegen Kinderpornografie

Der Redmonder Softwareriese Microsoft entwickelt gemeinsam mit dem Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen und der bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelten Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC NRW) eine KI-basierte Lösung zur Auswertung von kinderpornografischem Bildmaterial.

An dem Projekt der KI gegen Kinderpornographie sind als wissenschaftliche Berater auch Juristen und IT-Sicherheitsspezialisten der Universität des Saarlandes beteiligt. Ziel des Projekts ist es, die Beweissicherung des oft umfangreichen Materials deutlich zu beschleunigen und die Beamten von einem großen Teil ihrer psychisch belastenden Tätigkeit zu befreien.

Gemeinsames Project von NRW: Eine KI gegen Kinderpornographie

Gleichzeitig werden bei der Lösung auf Basis von KI-Technologien von Microsoft die strengen Rechtsvorschriften für die Verbreitung und den Besitz solchen Materials beachtet.

Straftaten im Bereich der Kinderpornografie nehmen zu

Der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 (PKS) zufolge stieg 2018 die Zahl der Straftaten im Bereich Kinderpornografie deutlich an: von 6.512 auf 7.449 Fälle*. Auch die damit eng verbundene Zahl der bekannt gewordenen sexuellen Missbrauchsdelikte an Kindern steigt: bundesweit von 11.547 auf 12.321 Fälle.

Gleichzeitig wird die Aufklärung solcher Delikte und die Beweissicherung immer komplexer: In der Regel werden eine Vielzahl an elektronischen Speichermedien sichergestellt, auf denen mehrere Millionen Bilddateien gespeichert sein können. Diese müssen durch die Ermittlungsbehörden auf ihre strafrechtliche Relevanz hin überprüft werden.

Die Sichtung selbst ist auch ein Problem für die beteiligten Beamtinnen und Beamten, die durch diese Tätigkeit einem enormen Stresslevel ausgesetzt sind und aus diesem Grunde die oft verstörenden Inhalte nur über einen eng begrenzten Zeitraum und unter psychologischer Begleitung sichten können.

Rechenkapazität aus der Cloud

Mit der neuen Lösung zur automatischen Erkennung von kinderpornografischen Inhalten auf Basis von Microsoft-Technologien für künstliche Intelligenz (KI) präsentieren das Land NRW unter Schirmherrschaft des Ministers der Justiz, die ZAC NRW und Microsoft Deutschland einen Ausweg aus diesem doppelten Dilemma: Sie haben ein Projekt mit dem Ziel gestartet, kinderpornografisches Material in anonymisierten polizeilichen Massendaten automatisch aufzuspüren und einer gerichtsfesten Sicherung zuzuführen.

Für die nun entwickelte Hybridlösung aus On-Premise- und Cloud-Technologien stellt Microsoft Algorithmen auf der Basis neuronaler Netze zur Dekonstruktion (Anonymisierung und Abstraktion) von Bilddateien und intelligenten Bilderkennung sowie Rechenkapazitäten aus der Cloud für die Auswertung der Aufnahmen zur Verfügung.

Eine der größten Herausforderungen des Projekts ist das Einhalten der strengen Rechtsvorschriften, die verbieten, dass kinderpornografisches Material in die Hände Dritter gelangt. Zudem darf bei der Auswertung der Bilder deren Beweiswert nicht verändert werden.

KI gegen Kinderpornographie – Abstraktions-Layer anonymisiert Bildinhalte

Für die Lösung hat Microsoft ein weltweit einzigartiges Verfahren über einen so genannten Abstraktions-Layer entwickelt, der die konkreten Bildinhalte soweit anonymisiert, dass auf den Bilddateien weder ein Personenbezug noch die Abbildung strafrechtlich relevanter kinderpornografischer Inhalte erkennbar sind.

Durch die Trennung von sensiblem Material, das ausschließlich in den Rechenzentren der Behörden anonymisiert wird, und der Auswertung durch die Analysealgorithmen in der Microsoft-Cloud ist die notwendige Rechtssicherheit gegeben.

Trotzdem sind die im Rahmen des Projektes entwickelten Algorithmen von Microsoft in der Lage, in den dekonstruierten Bilddateien Inhalte zu erkennen. Am Ende entscheiden menschliche Experten zunächst aus dieser Vorauswahl, ob tatsächlich strafrechtlich relevantes Bildmaterial vorliegt, und sichern diese Dateien als gerichtsfestes Beweismaterial.

Eine KI von Microsoft hilft im Einsatz gegen Kinderpornografie

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