Smartphone Datenschutz: Bewegungsprofile geben Persönlichkeit preis

 Smartphone Datenschutz - mit jeder Bewegung geben Smartphone-Nutzer ihre Persönlichkeit preis
Allein über die Bewegungen ihres Smartphones verraten Nutzer viel über ihr Verhalten und ihre Gewohnheiten. Damit können aufgrund des schlechten Smartphone Datenschutzes Rückschlüsse auf die Persönlichkeit gezogen werden, wie eine Studie zeigt.

Benutzung hinterlässt Spuren

Mit jedem Klick im Netz hinterlassen Menschen digitale Spuren. Aber schon die Bewegungen mit dem Handy lassen Rückschlüsse auf die Persönlichkeit der Nutzer zu, wie eine Studie von Forschern am Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT) nahelegt.
Demnach sagt es viel über einen Menschen aus, wie regelmässig das Smartphone in die Hand genommen wird, ob es nachts beiseite gelegt wird, wieviel und wie lange man mit dem Handy unterwegs ist, wie schnell man sich bewegt oder etwa mit welcher Frequenz Anrufe oder Textnachrichten getätigt werden.

Persönlichkeitstyp vorhersagen via Bewegungsprofil

Aktuelle Smartphones können über ihre Sensoren mit einer entsprechenden App ganz einfach körperliche Aktivitäten und jede Form von Bewegung erfassen. Die Wissenschaftler aus Australien haben untersucht, wie mithilfe der Bewegungsdaten entsprechend der Persönlichkeitstyp eines Menschen vorhergesagt werden kann.
Für ihre Smartphone Datenschutz Studie  haben die Forscher aus Down Under die Smartphone-Nutzer mithilfe der psychologischen «Ocean»-Methode charakterisiert – einem psychologischen Standardverfahren, das mit fünf Persönlichkeitsdimensionen (den «Big Five») beschreibt, wie offen, gewissenhaft, extravertiert, verträglich oder verletzlich ein Mensch ist.

Smartphone Datenschutz – Bewegungsmuster verraten viel

Aus den per Bewegungssensor gesammelten Daten, die zusammen mit der Anzahl von Telefonanrufen und Textnachrichten ausgewertet werden, lässt sich den Forschern zufolge etwa schliessen, dass Nutzer mit an Wochentagen gleichbleibenden Bewegungsmustern introvertiert seien, während es sich bei Nutzung ohne erkennbares Muster um Extrovertierte handele.
Verträgliche Menschen seien am Wochenende und abends aktiver als andere. Sensible Frauen würden beispielsweise häufig aufs Handy schauen und sich oft bis spät in die Nacht damit bewegen, bei sensiblen Männern sei das Gegenteil der Fall.

Persönlichkeitsprofil für personalisierte Anwendungen

Die Methode könne laut den Forschern von sozialen Netzwerken eingesetzt werden, um passende Freunde vorzuschlagen. Denkbar sei die Anwendung auch für Dating-Portale oder personalisierte Werbung.Die Analyse unserer Gewohnheiten, die grösstenteils unbewusst abliefen, sage viel darüber aus, wer wir sind, erklären die Forscher.

Mikrotargeting von Cambridge Analytica vs Smartphone Datenschutz

Angesichts von Datenmissbrauch und Wahlmanipulation sind die Ergebnisse der Studie jedoch beunruhigend. Erst diese Woche haben die US-Behörden den Social-Network-Riesen Facebook unter anderem wegen des Skandals um das mittlerweile aufgelöste Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica zu einer Rekordstrafzahlung in Höhe von fünf Milliarden Dollar verdonnert.

Cambridge Analytica hatte sogenanntes «Mikrotargeting» entwickelt, Marketing auf Basis des Ocean-Models. Die Firma soll systematisch Facebook-Nutzerdaten zur Wählermanipulation eingesetzt haben.

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