Herzschlag-Erkennung per Infrarot-Scan: Überwachung per Herz-Signatur

Herz-Signatur als Identifikation von einzelnen Personen

Per Laser will das Pentagon Menschen über grössere Entfernungen hinweg an ihre Herz-Signatur, identifizieren können. Ein Prototyp arbeitet bereits über eine Distanz von 200 Metern.

Herz-Signatur erlaubt Identifizierung über grössere Entfernung

Wo die Gesichtserkennung an ihre Grenzen kommt, sollen Personen künftig an ihrem Herzschlag erkannt werden. Wie das Magazin «Technology Review» des Massachusetts Institute of Technology (MIT) berichtet, hat das Pentagon eine Lasertechnik entwickelt, um Menschen über grössere Entfernungen identifizieren zu können.

Aus einer Entfernung von bis zu 200 Metern soll der Prototyp des Lasers, den die US-Behörde «Jetson» nennt, den Herzschlag eines Menschen erkennen können. Wie durch den Fingerabdruck oder die Iris unterscheidet sich jeder Mensch auch durch den Schlag seines Herzens eindeutig.

Herzschlag-Erkennung per Infrarot-Scan

Der Laser nutzt Infrarotstrahlung, um die Oberfläche des Körpers abzutasten und die durch den Herzschlag verursachte Oberflächenbewegung zu erfassen. Anhand dieser Bewegung lässt sich die Geschwindigkeit der Herzbewegungen ermitteln – das zugrundeliegende Verfahren nennt sich Scanning-Vibrometrie.

Für «Jetson» wurde ein industrieüblicher Laser angepasst, der zur Messung von Vibrationen in Industrieanlagen wie etwa Turbinen eingesetzt wird. Unter anderem sei zur elektronischen Stabilisierung ein spezieller Gimbal hinzugefügt worden, damit ein etwa münzgrosser Laserstrahl für rund 30 Sekunden auf eine bestimmte Körperstelle gelegt werden kann. So lange soll es dauern, um aus den Lasersignalen mittels Algorithmen brauchbare Ergebnisse ziehen zu können. Entsprechend könne das Gerät derzeit effektiv nur bei stehenden oder sitzenden Menschen eingesetzt werden.

Herz-Signatur: Genauigkeit von 95 Prozent

Das neu entwickelte Laser-Gerät soll den Herzschlag durch leichte Bekleidung wie T-Shirts oder Jacken hindurch abtasten können, bei dickeren Materialien wie beispielsweise einem Wintermantel allerdings nicht funktionieren.

Bei guten Testbedingungen weise die Erkennung per Herzschlag bislang eine Erfolgsquote von 95 Prozent auf. Die Rate soll sich jedoch noch verbessern lassen – künftig soll der Laser Personen auch über Distanzen von mehr als 200 Metern erkennen können.

Kombination mit anderen Verfahren

Es gilt als wahrscheinlich, dass die Herzschlag-Erkennung zur Überwachung oder Terrorbekämpfung in Kombination mit Face Recognition oder anderen Identifizierungsverfahren eingesetzt werden wird. Die Technologie soll allerdings auch für andere Bereiche interessant sein, etwa in der Medizin.

Die Erkennung der Herzfrequenz, sprich der «Herz-Signatur», wird mit dem Einsatz von Pulsmessgeräten bereits vereinzelt als Alternative zur Identifizierung via Fingerabdruck-Scan getestet.

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