[Mobile] Strom to go: Energie fürs Handy tanken beim Laufen

Anthony Mutua will über den Chip im Schuh das Handy laden

Piezoelektrizität – die Möglichkeit, aus Druckenergie Strom zu gewinnen – ist schon des öfteren in den vergangenen zehn Jahren in den Fokus der angewandten Wissenschaft geraten, die in den Strömen von Fußgängern in Metropolen schlicht ungenutzte Energiegewinnungsmöglichkeiten sieht. Und in der Tat gab es schon diverse Pläne, die Böden an besonders viel frequentierten Laufwegen – beipielsweise in Tokyo – mit der entsprechenden Technologie auszustatten. Doch eine solche großflächige Umgestaltung ist teuer. Und anfällig.

Da mutet die Idee des Kenianers Anthony Mutua geradezu elegant und überraschend einfach an. Der Absolvent des Mombasa Polytechnic University College geht nämlich den umgekehrten Weg: Statt den Boden mit piezoelektrischen Sensoren auszustatten, hat er einen Chip einwickelt, den man in die Sohle eines beliebigen Schuhs integrieren kann – ausgenommen sind Badelatschen oder andere Nasszellentreter.

Dieser Chip enthält ein drucksensorisches, kristallines Gel, soviel hat Mutua verraten, doch wie genau dieser Chip nicht nur die piezoelektrische Energie aufnimmt und speichert, sondern auch wie der Transfer zu einem Ladekabel fürs Handy funktionieren wird, darüber wird momentan noch geschwiegen.

Mutua hat auf jeden Fall bereits zahlungskräftige und einflussreiche Unterstützer gewonnen, Kenias National Council of Science and Technology hat den Prototyp finanziert. David Ngigi, ein Senior Science Secretary dieses National Councils, glaubt so sehr an diese Entwicklung, dass er sich für die kommerzialisierung dieses Chips einsetzen wird. Oft sei es leider so, dass die Erfinder nicht den finanziellen Hintergrund haben, ein solches Produkt selbst zu vermarkten, mit der Folge, dass es eben nicht auf den Markt kommt. Das Council wolle das ändern. Und auf diesem Weg soll der Verkaufspreis des Chips – momentan könnte er für etwa 44 Dollar verkauft werden – soweit nach unten gedrückt werden, dass sich möglichst viele Menschen diese günstige Art der Energiegewinnung leisten können.

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  1. Pingback: Nemesi4 26. Juli 2012
  2. Claire 27. Juli 2012

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