Farblaser-Drucker werden immer preiswerter – Tintenstrahler allerdings besser beim Foto-Druck

Farblaser-Drucker werden immer preiswerter - Tintenstrahler allerings besser beim Foto-Druck
Gestochen scharfe Ausdrucke, haltbare Toner und hohe Geschwindigkeit: Laserdrucker sind auch für Privatanwender interessant. Bereits in der Einsteigerklasse gibt es inzwischen Geräte, die auch Farbe aufs Papier bringen. Wer mit einer solchen Maschine liebäugelt, sollte aber auf einige Punkte achten.

«Generell gilt: Laserdrucker erbringen nicht wirklich eine Kostenersparnis im Vergleich zum Tintenstrahler», sagt Hardware-Expertin Ines Walke-Chomjakov von der Zeitschrift «PC Welt». «Der Mythos, Laserdrucker seien billig, ist falsch.»

Im Gegenteil: Der Seitenpreis kann bei einem Farblaserdrucker bis zu 12 Cent betragen. Er ergibt sich aus dem Toner, dem Stromverbrauch und dem Papier. «Daher muss man sich das genau ausrechnen», sagt Walke-Chomjakov. Dennoch gibt es in der Einsteigerklasse Drucker, die ihren Dienst gut verrichten.

Laserdrucker sind lauter als Tintenstrahler

Vor dem Kauf empfiehlt Walke-Chomjakov, sich Gedanken über die Einsatzgebiete zu machen und wo in Wohnung oder Büro der Standort sein wird. «Laserdrucker sind lauter als Tintenstrahler», sagt die Expertin. Das ist durch die verwendete Technik bedingt, wobei LED-Drucker und Geräte mit einem sogenannten Inlinedruckwerk weniger Geräusche von sich geben als Revolverdruckwerke. Gleichwohl sind auch sie keine leisen Arbeiter.

Ratsam ist ein Blick auf die Datenblätter. «Die günstige Klasse ist für den überwiegenden Schwarz-weiß-Druck geeignet», sagt Walke-Chomjakov. Das können kleine Unternehmen sein, aber auch Diplomanden, die ihre Abschlussarbeit in gestochen scharfer Qualität abliefern wollen. «Schrift und Grafiken sind deutlich besser als mit Tintenstrahldruckern möglich.»

Tintenstrahler bei Fotodruck im Vorteil

Tintenstrahl-Durcker wiederum haben einen anderen Vorteil: Sie sind brillante Fotoarbeiter. Farblaserdrucker dagegen haben im Qualitätsvergleich keine Chance. «Die Farben werden nicht so leuchtend, die Bilder sind und bleiben blass», sagt Walke-Chomjakov. Das liegt wiederum an der Technik: Während mit Tinte viele Farbvarianten angemischt werden können, ist das bei Lasern nur eingeschränkt möglich. «Außerdem gibt es ein spezielles Papier für den Fotodruck.» Das ermögliche den Farben bei Tinte, unterschiedlich tief einzudringen, so dass auch dadurch die Brillanz geschärft werde. Für Exposés oder eine PowerPoint-Präsentation reiche die Farbqualität der Laser-Modelle aber sehr gut aus.

Dennoch haben Farblaserdrucker auch Vorteile gegenüber den günstigeren Tintenstrahlern. Der Toner trocknet nicht ein, sondern kann einfach gelagert und auch nach Jahren in gleich bleibender Qualität drucken – «das rechtfertigt auch den höheren Preis für den Toner», sagt Walke-Chomjakov.

Unterschiedliche Druckersprachen

Ein weiteres Kriterium beim Kauf ist die verwendete Druckersprache. «Wer eine gute Ausstattung möchte, greift zu PCL- oder Postscript-Geräten», rät die Expertin. Benötige man diese hohe Leistungsfähigkeit nicht, könne man mit einem sogenannten Host-based-System gut fahren. Allerdings nutzen diese Geräte bei der Arbeit Prozessorleistung, was zulasten der Leistungsfähigkeit geht.

In einem Test der «PC Welt» (Heft 10/2010) war der Xerox Phaser 6140V/N (Preis rund 270 Euro) dank guter Ausstattung Testsieger. Der Seitenpreis liegt bei 13 Cent pro Farbseite. Preis-Leistungssieger wurde hierbei unter sechs Modellen der OKI C110. Er erhielt das Urteil «klein, aber laut». Außerdem hat das 180-Euro-Gerät auch den Nachteil, dass Nutzer von Windows 7 sich erst den englischsprachigen Treiber herunterladen und installieren müssen. Generell ist die Tendenz bei den Preisen fallend. «Gute Geräte bekommt man ab etwa 220 Euro Straßenpreis», sagt Walke-Chomjakov. Hinzu kommen Folgekosten für Toner und Strom. «Käufer sollten bedenken, dass ein Farblaserdrucker deutlich mehr verbraucht als ein Tintenstrahler.»

Im Überblick: Druckverfahren bei Laser-Druckern

Es gibt zwei Methoden, mit denen die Farblaserdrucker arbeiten. Das sogenannte Multi-Pass- und das Single-Pass-Verfahren. Letzteres wird auch als Inline-Technik bezeichnet. Dabei werden vom Drucker alle Farben in einem einzigen Arbeitsschritt übertragen.

Bei der Multi-Pass-Technik ist dies dagegen nacheinander der Fall. Dabei wird auf der verarbeiteten Transfertrommel zunächst jeweils ein Teilbild aufgetragen. Anschließend kommt das Papier an die Reihe. Oft haben diese Geräte eine rotierende Revolvertrommel. Sie macht das Gerät zwar kompakt, aber laut.

Inline-Drucker sind lauter, da die Tonerkartusche anders aufgebaut ist. Im Idealfall kann man aber sowohl bei Farbe als auch Schwarz-weiß-Druck gleiche Geschwindigkeiten erreichen.

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2 Comments

  1. Ludwig 2. Dezember 2010
  2. Sven 19. Dezember 2010

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