[TechBusiness] Sparen lohnt sich doch: Telekom wieder im Plan

Die Deutsche Telekom liegt im dritten Quartal dank der Sparkur und des starken Datenumsatzes im Mobilfunkgeschäfts im Plan. „Sowohl die finanzielle als auch die operative Entwicklung des Konzerns entspricht voll unseren Erwartungen“, sagte René Obermann, Chef des im Dax notierten Unternehmens am Donnerstag. Die Bonner bekräftigten das Ziel, in diesem Jahr ein EBITDA von rund 20 Milliarden Euro zu erzielen. Sie präzisierten aber das Ziel für den Cash-Flow von bisher rund 6,2 Milliarden Euro auf nun mindestens diesen Wert. An der Frankfurter Börse fiel die Aktie im frühen Handel um 1,63 Prozent auf 10,28 Euro.

Im dritten Quartal erfüllte die Telekom weitgehend die Erwartungen am Markt. Der Umsatz sank wegen der Entkonsolidierung der britischen Mobilfunksparte T-Mobile UK von 16,3 auf 15,6 Milliarden Euro. Ohne Berücksichtigung der Anfang April in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Orange aufgegangenen Sparte erhöhte sich der Umsatz leicht. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank von 5,5 auf 5,0 Milliarden Euro. Neben der entkonsolidierten T-Mobile UK schlugen hier die hohen Kundengewinnungskosten in den USA und den Niederlanden sowie der Konjunktureinbruch in Südosteuropa zu Buche. Dem stehen hohe Kostenersparnisse gegenüber. Die Kostenkur „Save for Service“ sparte seit Jahresbeginn 1,7 Milliarden Euro ein. Das bisherige Sparziel von 2 Milliarden Euro wird die Telekom nach eigenen Angaben übertreffen.

DATENUMSATZ TREIBT WACHSTUM

In den USA stagnierte der Umsatz von T-Mobile bei 5,35 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA schrumpfte wegen hoher Investitionen in das Netz um knapp 15 Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar. Mit einem starken Netz will die Telekom bei Vertragskunden künftig besser abzuschneiden. Denn im dritten Quartal schrumpfte die Anzahl der Vertragskunden um 60.000, nach einem ermutigenden Anstieg im Vorquartal.

Das iPhone, welches T-Mobile zwar in Deutschland lange Zeit exklusiv verkaufen durfte, in den USA allerdings dem Platzhirsch AT&T überlassen muss, zieht weiter Kunden ab. Ende Juni war in den USA das iPhone4 in die Läden gekommen und hatte Rekordverkäufe erzielt. Dieser Nachteil relativiert sich dank der Smartphones im Programm wie von Samsung , Google und Blackberry , doch bleibt Abwanderung ein Thema, dessen sich der neue T-Mobile-USA-Chef Philipp Humm annehmen will. Dem Schwund von Vertragskunden stand der Gewinn von 196.000 Prepaidkunden gegenüber.

Jene setzten allerdings mit 19 Dollar nicht so viel um wie Vertragskunden (52 Dollar). Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde blieb mit 47 Dollar unverändert. Besonders stark war der Datenumsatz in den USA. Mit 1,26 Milliarden Dollar erhöhte er sich um zum Vorjahresquartal um ein Viertel.

IN DEUTSCHLAND PROFITIERT TELEKOM VOM IPHONE

Im deutschen Heimatmarkt war die Mobilfunksparte stark dank hoher Verkäufe von Smartphones, einschließlich des iPhones. Mehr als die Hälfte der verkauften Telefone waren jene Kleincomputer. Wegen des Wegfalls von Roaming-Umsätzen von 02 verringerte sich der deutsche Mobilfunkumsatz leicht auf 2,2 Milliarden Euro. Ohne diesen Effekt betrug das Wachstum 6,4 Prozent. Grund der Stärke ist der Anstieg des Datenumsatzes auch in Deutschland.

Wie im zweiten Quartal buchte die Telekom inaktive Prepaid-SIM-Karten in hoher Zahl aus. 3,1 Millionen Karten verließen die Bücher, die in zwei Jahren nicht aufgeladen und drei Monate nicht benutzt wurden. Ab dem vierten Quartal soll die Abwanderungsquote wieder auf dem üblichen Niveau liegen.

Im deutschen DSL-Markt konnte die Telekom nur 18 Prozent der Neukunden an sich binden. Die Bonner begründeten dies damit, dass im August viele auf ein oder zwei Jahre ausgelegte Komplettpakete ausgelaufen waren. Im bisherigen Jahresverlauf konnte die Telekom 40 Prozent der Neukunden für sich gewinnen. Im Festnetzgeschäft verlor die Telekom im dritten Quartal weitere 525.000 Anschlüsse. Seit Jahresbeginn lag der Verlust bei 1,2 Millionen.

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