[Business] Drei Milliarden Euro Verlust: BayernLB präsentiert katastrophale Bilanz

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Im Schatten der politischen Aufarbeitung der Landesbank-Skandale legt das staatliche Geldinstitut BayernLB am Mittwoch (10.00 Uhr) seine Bilanzzahlen für 2009 vor. Beobachter erwarten Verluste von nicht ganz drei Milliarden Euro. Diese Summe ergibt sich unter anderem aus Abschreibungen auf die bisherigen Anteile an der maroden Kärntner Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA), von der sich die BayernLB Ende 2009 in einem Notverkauf getrennt hat. Die Staatsanwaltschaft München und ein Untersuchungsausschuss des Landtags befassen sich derzeit mit den möglicherweise kriminellen Umständen des verheerenden HGAA-Abenteuers seit 2007.

Vorgestellt werden die aktuellen BayernLB-Zahlen in München vom kommissarischen Vorstandschef Stefan Ermisch. Der bisherige Leiter der Bank, Michael Kemmer, hatte Ende 2009 wegen des Desasters mit der HGAA seinen Posten räumen müssen. Große strategische Aussagen zur Neuaufstellung der Landesbank sind von Ermisch nicht zu erwarten, da am 15. April der neue Vorstandschef Gerd Häusler seinen Dienst antritt. Der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds gehörte seit vergangenem August bereits dem Verwaltungsrat der Bank als Vizechef an und kennt daher die internen Verhältnisse.

Die BayernLB ist vor allem durch Investitionen in unsichere Wertpapiere und ihr Engagement auf dem US-Immobilienmarkt in eine existenzielle Krise geraten. Nur mit einer Kapitalspritze des Freistaats in Höhe von zehn Milliarden Euro konnte das Geldinstitut vor dem Untergang gerettet werden. Mit einer personellen Verkleinerung, einem Rückzug aus Auslandsmärkten und einer Konzentration auf die heimische Wirtschaft als Geschäftspartner versucht die BayernLB derzeit, wieder in ruhigeres Fahrwasser zu kommen.

tf/mei/ddp

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