Medien-Bericht: Weitere Schmiergeld-Vorwürfe gegen Ferrostaal

Der Korruptionsverdacht gegen den Ferrostaal-Konzern ist angeblich größer als bislang bekannt. Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag vorab berichtete, soll Ferrostaal nicht nur selbst jahrelang Schmiergelder bezahlt, sondern vermutlich auch für andere Unternehmen die Zahlung von Bestechungsgeldern organisiert haben. Das lasse der Fall des Gelddruckers Giesecke & Devrient vermuten.

Dabei geht es laut Magazin unter anderem um den Verkauf von fünf Druck- und Prägemaschinen an die staatliche Banknotengesellschaft Indonesiens für mehrere Millionen Euro. Ferrostaal soll den Auftrag vermittelt und über einen Berater vor Ort Bestechungsgelder gezahlt haben. Giesecke & Devrient erklärte, ihnen sei «von Unregelmäßigkeiten bislang nichts bekannt». Man werde aber die Geschäftsbeziehungen zu Ferrostaal nun erneut prüfen.

In den Akten der Staatsanwaltschaft findet sich laut Magazin zwei ähnliche Fälle, darunter der einer Firma in der Nähe von Bremen, für die Ferrostaal im Jahr 2006 ein 28-Millionen-Euro-Geschäft über ein Küstenwachboot für die kolumbianische Marine eingefädelt haben soll. Die Essener hätten für ihre Dienste fünf Prozent Provision eingestrichen. Dafür sollen sie laut Akten der Staatsanwaltschaft über Ferrostaal de Colombia die Bestechungsgelder an «Entscheidungsträger bei Marine und Ministerium» organisiert haben, zwischen 625 000 und 840 000 Euro.

Ferrostaal steht unter Verdacht, in mehreren Kontinenten Schmiergeld gezahlt zu haben. Dabei soll es um den Bau von Kraftwerken und die Lieferung von U-Booten gegangen sein. Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte Ferrostaal diese Woche durchsucht.

tf/mei/ddp

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