Verkehrte Welt: Infineon versinkt in Aufträgen, ringt mit Produktionsengpässe bei Chip-Herstellung

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Der Chiphersteller Infineon kämpftangesichts der starken Nachfrage in seiner Industriesparte mit Produktionsengpässen. „Unsere Auftragsbücher sind voll, und unsere Kunden würdengerne noch schneller und mit noch mehr Produkten beliefert werden“, sagteArunjai Mittal, Chef der Industriesparte dem „Handelsblatt“ (Mittwoch).Vergangene Woche erst hat Infineon angekündigt, 18 Millionen Euro in sein Werkin Dresden zu stecken, um die Kapazitäten bis Juli um zehn Prozent aufzustocken.Vorbörslich stieg der Infineon-Kurs um rund 2,4 Prozent.

Im abgelaufenen Quartal kletterten die Erlöse in der Industriesparte um 17Prozent auf 273 Millionen Euro, der operative Gewinn stieg zum Vorjahr von 2Millionen auf 44 Millionen Euro. Damit steht die Sparte für rund 30 Prozent desKonzernumsatzes und für die Hälfte des Betriebsgewinns der vier Sparten.

WACHSTUM BEI SOLAR UND WINDKRAFT

Vom Auftragsboom profitiert neben der Autosparte vor allem der BereichIndustriechips (Industrial & Multimarket), der Großkunden wie ABB , Alstom , General Electric (GE) oder Siemens beliefert. „Die höchsten Wachstumsratenverzeichnen wir gerade mit Abnehmern aus der Windkraft- und Solarindustrie“,erläuterte Divisionschef Mittal. Für Windräder und Sonnenkollektoren liefertInfineon Leistungshalbleiter, mit denen Spannung und Strommenge geregelt werden.

Von der landläufigen Meinung, Chips seien klein und billig, ist Infineon aufdiesem Gebiet weit entfernt. Die Module, etwa für Stromleitungen, wiegenmitunter einige Kilo und kosten mehrere Tausend Euro. „In den neuen ICEs steckenInfineon-Produkte für mehr als 100.000 Euro“, sagte Mittal. Sowohl der deutscheHochgeschwindigkeitszug ICE als auch der französische Wettbewerber TGV werdenvon den Bayern ausgestattet.

UMSATZPLUS ERWARTET

Die Analysten von Unicredit gehen laut dem Bericht davon aus, dass es mitdem Industriegeschäft weiter aufwärtsgeht. Für das laufende Geschäftsjahrrechnen die Experten mit einem Umsatzplus von mehr als einem Viertel auf knapp1,2 Milliarden Euro, kommendes Jahr soll der Zuwachs knapp sechs Prozentbetragen. Damit würde die Sparte an der zuletzt leicht größeren Autodivisionvorbeiziehen. Der dritte große Bereich des Konzerns ist der Mobilfunk, der nurauf sechs Prozent Marge kommt. Darüber hinaus fertigen die Münchener Halbleiterfür Chipkarten, auf diesem Feld sind sie Weltmarktführer, verdienen damit abermomentan praktisch kein Geld.

tf/mei/ddp

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