Kinderporno: Sachsen-Anhalt setzt private Gutachter gegen Kinderpornografie ein

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Sachsen-Anhalt will neue Wege im Kampf gegen Kinderpornografie im Internet gehen. Der Leiter der Zentralstelle gegen Kinderpornografie, Oberstaatsanwalt Thomas Westerhoff, sagte am Sonntag MDR Info, in Zukunft würden auch private Gutachter eingesetzt, um die enormen Datenmengen fristgerecht auswerten zu können. Eine Verfahrensdauer von Beginn der Durchsuchung bis zur endgültigen Auswertung und Begutachtung dauere in der Regel zwei Jahre. Dies sei zu lang. Deshalb müsse man einschreiten.

Außerdem will Westerhoff verstärkt auf Schnellauswertungen setzen. Dabei werden Daten aus beschlagnahmten Computern oder Handys gescannt und mit einschlägigen Dateien abgeglichen. «Da hinterlegt sind kinderpornografische Dateien, die als bekannt eingestuft worden sind, so dass wir in diesem Fall jedenfalls alle bekannten kinderpornografischen Dateien finden werden.»

Im vergangenen Sommer hatte das Landgericht Magdeburg entschieden, dass bei Durchsuchungen beschlagnahmte Speichermedien nicht zeitlich unbegrenzt von den Behörden einbehalten werden dürfen. Geklagt hatte ein Mann, der verdächtigt wurde, Kinderpornografie zu besitzen. Die Ermittler hatten beschlagnahmte Computer, Festplatten und CD nach anderthalb Jahren noch nicht ausgewertet. Das Gericht stufte das als «unverhältnismäßig»ein.

In der Vergangenheit waren in Sachsen-Anhalt mehrere spektakuläre Schläge gegen Kinderpornografie im Internet geglückt. Bei der Aktion «Marcy» waren 2003 aufgrund eines beschlagnahmten Computers in Magdeburg weltweit 39 sogenannte Internet-Treffpunkte zerschlagen und 26 500 Tatverdächtige ermittelt worden.

tf/mei/ddp

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