[Wissen] Deutsche Geowissenschaftler finden einzigartige Saurier-Spuren bei Marokko

Bei Ausgrabungen in Marokko haben Freiberger Geowissenschaftler Hunderte Saurierspuren entdeckt. Das berichtet die in Dresden erscheinende «Sächsische Zeitung» (Samstagausgabe). Die Forscher waren Ende Februar im Hohen Atlas unterwegs und konnten dort Fossilien freilegen, die nun wesentliche Fakten der Evolution in der Zeit vor 230 Millionen Jahren neu darstellen, wie das Blatt unter Berufung auf Expeditionsleiter Jörg Schneider schreibt.

In diesem Gebiet seien offenbar vor 230 Millionen Jahren die Ursaurier entstanden, aus denen sich später dann Dinosaurier entwickelten. Von dort aus hätten sich diese Saurier und auch Reptilien anders als bisher angenommen offenbar über die damals noch zusammenhängenden Kontinente ausgebreitet.

Bei den in Marokko gefundenen Spuren handele es sich zum Teil um Arten, von denen bisher noch nie Fährten gefunden wurden. Mehr als 500 Abdrücke im Stein sind den Angaben zufolge ausgegraben worden und insgesamt 60 Meter Saurierfährten werden nun in den kommenden Monaten analysiert. Größe, Aussehen und selbst die Gangart dieser Urtiere könnten die Forscher anhand der Fährten rekonstruieren.

Bei den Ausgrabungen haben die Forscher zudem komplette Höhlensysteme von damals lebenden etwa 30 Zentimeter großen Ur-Reptilien entdeckt, wie es weiter heißt. Nur an zwei Stellen weltweit seien bisher einzelne vergleichbare gegrabene Höhlen gefunden worden. Die Freiberger Paläontologen fanden nun im Hohen Atlas gleich Dutzende solcher Gänge in nur wenigen Metern Abstand voneinander.

Die TU Bergakademie Freiberg forscht seit zehn Jahren gemeinsam mit der marokkanischen Universität El Jadida in dieser Region.

tf/mei/ddp
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