Winnenden: BDK schlägt Alarm zum Jahrestag des Amok-Laufes

Zum Jahrestag des Amoklaufs von Winnenden schlägt der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) Sicherheitsalarm: Deutschlands Schulen seien nach wie vor keine sicheren Orte. In der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Donnerstagausgabe) sagte BDK-Vorsitzender Klaus Jansen: «Auch ein Jahr nach dem schrecklichen Amoklauf hat sich in punkto Sicherheit an deutschen Schulen nichts verbessert.» Im Gegenteil: Gewalt an Schulen nehme weiter zu. Immer noch kämen junge Männer, die auf dem Kriegspfad seien, viel zu leicht an Waffen heran. «Stichproben der Behörden in Baden-Württemberg haben ergeben, dass mehr als die Hälfte der Waffenbesitzer ihre Pistolen und Munition nicht wie vorgeschrieben unter Verschluss halten“, sagte Jansen.

Auch die neuen Notfallpläne und Alarmsysteme an den Schulen stünden in der Regel nur auf dem Papier, sagte Jansen. «Ohne regelmäßige Amoktrainings durch die Polizei an allen Schulen helfen die besten Notfallpläne nichts», betonte er. Alle Erfahrungen zeigten, dass Hausmeister, Lehrer oder Schüler falsch reagierten, wenn der Ernstfall nicht von Zeit zu Zeit geprobt werde.

Jansen warf der Politik vor, sie habe «vor der Waffenlobby kapituliert». Noch immer seien schwere Waffen in Privathand legal, noch immer dürften Waffe und Munition in derselben Wohnung aufbewahrt werden. «Das Hobby des Schießsports hat in Deutschland nach wie vor Vorrang vor Menschenleben.» Vor diesem Hintergrund habe der heutige Gedenktag für die Hinterbliebenen einen bitteren Beigeschmack.

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tf/mei/ddp

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One Response

  1. Rene 11. März 2010

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