[Medien] [Round-up] Axel Springer Verlag verzeichnet Umsatz- und Gewinnrückgang

X Trotz eines deutlichen Gewinneinbruchs und rückläufiger Umsätze ist der Medienkonzern Axel Springer mit dem Geschäftsjahr 2009 hochzufrieden. Der Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner verwies am Mittwoch in Berlin auf die tiefe Rezession und sprach von einer «sehr robusten Entwicklung». Für 2010 rechnet das Verlagshaus, das etwa «Bild», «Welt», «Hörzu» und «Hamburger Abendblatt» herausgibt, allerdings mit stabilen Umsätzen. Zudem soll das Geschäft mit Internetportalen weiter ausgebaut werden. Hierzu hält der Konzern offenbar intensiv Ausschau nach interessanten Übernahmeobjekten.

Die Rezession habe sich vor allem in einem massiven Einbruch der Werbekonjunktur, aber auch in einer Zurückhaltung der Konsumenten niedergeschlagen, erläuterte Döpfner. So sei der Umsatz gegenüber 2008 um 4,3 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zurückgegangen. Der Konzernüberschuss sei um 45 Prozent auf 313,8 Millionen Euro eingebrochen. Den Aktionären will Axel Springer dennoch wie im Vorjahr eine Dividende von 4,40 Euro pro Aktie zahlen.

Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) habe sich um 31 Prozent auf 333,7 Millionen Euro verringert. «Wir haben eine Ebitda-Rendite von 12,8 Prozent erzielt, das heißt: Jeder achte Euro vom Umsatz war Gewinn», zeigte sich Döpfner dennoch hochzufrieden. In diesem Jahr soll das Ebitda bei stabilen bis leicht steigenden Umsätzen um zehn Prozent zulegen.

Grundsätzlich will Axel Springer an seiner Strategie eines weiteren Ausbaus des Internet-Geschäfts festhalten. Bereits heute werde jeder fünfte Euro im digitalen Geschäft umgesetzt. In sieben Jahren sollen jeweils die Hälfte der Umsätze auf den Printbereich und das digitale Geschäft entfallen. Neben den Internetablegern der Printtitel, wie bild.de und welt.de gehören unter anderem das Immobilienportal immonet.de und das Online-Jobportal stepstone.de zum Konzern.

Dabei hofft der Konzern, die Kostenlos-Kultur des Internets zurückdrängen zu können. «Unsere Einschätzung hat sich bisher bestätigt: Bei hochattraktiven Inhalten und einer einfachen Abrechnung sind unsere Leser bereit, für digitale journalistische Angebote zu zahlen», erläuterte Döpfner. «Es wird eine Schicksalsfrage für unsere Branche sein, ob es gelingt, ein Geschäftsmodell für Qualitätsjournalismus in der digitalen Welt zu etablieren», sagte er.

Geld für den Ausbau des digitalen Geschäfts ist offenbar genug vorhanden. «Axel Springer ist finanziell kerngesund und verfügt über erhebliche Spielräume zur Finanzierung des weiteren Wachstums», erläuterte Finanzvorstand Lothar Lanz und verwies auf die vollständig abgebaute Verschuldung und eine Kreditlinie in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. «Wir können also jederzeit die Schritte machen, die wir für sinnvoll halten», fügte er hinzu.

An einer Übernahme des Nachrichtensenders N24 von der ProSiebenSat.1 Media AG ist Axel Springer indes nicht interessiert. «Wir haben die Bedingungen abgeklopft, aber sie waren nicht überzeugend», sagte Döpfner. Zuletzt hatte ProSiebenSat.1 mitgeteilt, dass alle Optionen für N24 offen seien, auch ein Verkauf. Der Kauf eines Fernsehsenders sei für das Verlagshaus allerdings grundsätzlich immer noch ein Thema. Vor einigen Jahren war Springer an einer Übernahme von ProSiebenSat.1 interessiert gewesen. Die Akquisition scheiterte seinerzeit jedoch an Bedenken von Kartellbehörden.

tf/mei/ddp

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