[business] Medien-Bericht: Gericht soll Entlastung der Commerzbank-Führung aufheben

Ungemach für Spitzen-Manager der schwer in Ungnade gefallenen Commerzbank in Frankfurt: Das Landgericht Frankfurt am Main hat einem Medien-Bericht des „Spiegel“ zufolge die Entlastung für den Vorstands- und den Aufsichtsratschef der Commerzbank, Martin Blessing und Klaus-Peter Müller, für 2008 aufgehoben. Die Richter gaben damit dem Antrag einiger Aktionäre statt, wie der «Spiegel» am Samstag vorab berichtet. Der Beschluss gelte auch für alle übrigen Vorstände und Aufsichtsräte der zweitgrößten deutschen Bank, die im Jahr 2008 die Dresdner Bank von der Allianz übernommen hatte.


Die Richter bemängeln laut Magazin, dass diese Übernahme aufgrund der Auswirkungen auf die Aktionärsstruktur von der Hauptversammlung hätte beschlossen werden müssen. Der «vollständige Beteiligungserwerb» habe jedoch «allein durch den Vorstand mit Billigung des Aufsichtsrates» stattgefunden, weswegen «eine Gesetzes- beziehungsweise Satzungsverletzung» vorliege, die der Entlastung der beiden Gremien entgegenstehe.

In Deutschland sind Vorstände und Aufsichtsräte für ihre Beschlüsse gesamtverantwortlich, auch wenn die Chefs der jeweiligen Gremien den größten Einfluss auf die Entscheidung haben. Wegen der nicht ordnungsgemäß beschlossenen Übernahme, die jedoch nicht mehr rückgängig zu machen ist, drohen der Bank laut «Spiegel» nun Schadenersatzklagen. In diesem Zusammenhang sei die entzogene Entlastung relevant, da sie es Klägern erleichtere, auch persönlich gegen die Verantwortlichen vorzugehen. Die Commerzbank habe gegen das Urteil Berufung eingelegt, schreibt das Magazin.

tf/mei/ddp

___________________________________

Begeistert von diesem Artikel? Follow us on Twitter!

Einen Kommentar hinterlassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.