[Feature] Betriebssystem-Wechsel: Was man beim OS-Wechsel beachten muss und was vor Datenverlust schützt

Windows 7Selbst Kenner der Materie schrecken davor zurück, das Betriebssystem eines Rechners neu aufzusetzen. Doch manchmal muss es einfach sein: Haben sich Computer-Schädlinge in Scharen auf dem PC eingenistet, hilft meist nichts anderes mehr. Und auch wer von Windows XP auf Windows 7 umsteigen will, kommt nicht umhin, alles noch mal neu zu installieren.

Die Angst davor sei in Teilen durchaus berechtigt, sagt Axel Vahldiek von der Computerzeitschrift «c’t». Zwar könne der Rechner dabei nicht kaputt gehen, aber die Neuinstallation sei mit viel Aufwand verbunden, und auch ein Datenverlust sei möglich. Vahldiek rät daher dazu, zunächst ein Image vom Betriebssystem anzulegen und die persönlichen Dateien mit einem dateibasierten Backup zu sichern. Dafür ist eine externe Festplatte perfekt geeignet. Fürs Backup reicht der «Imager» von Windows 7 völlig aus. Ansonsten kann man auch das Programm «Drive Snapshot» testen, das es in einer 30-Tage-Trial-Version gibt.

Windows 7 verschiebt das alte Betriebssystem in den Ordner Windows.old, aus dem man notfalls Daten retten kann. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, dass er auch alle wichtigen Daten auf der externen Festplatte gesichert hat, sollte im Suchprogramm nach Dateitypen suchen. Das geht ganz einfach über die Programm-spezifischen Endungen – etwa «doc» für Dokumente oder «jpeg» für Bilder. Auch den Favoriten-Ordner seines Browsers sollte man kopieren.

Bevor es losgehen kann, lädt man am besten noch aktuelle Treiber für die wichtigsten Geräte herunter – allen voran die Netzwerk-Treiber, damit man hinterher sofort wieder ins Netz kommt und sich die restlichen Treiber und Programme holen kann. Auch ein aktuelles Antivirenprogramm sollte man unbedingt zur Neuinstallation bereithalten – und nicht zu vergessen natürlich die CD mit dem Betriebssystem samt Key.

Dann kann es losgehen: Einfach die Installations-CD einlegen, und die Neuinstallation beginnt ganz automatisch. Ist dies nicht der Fall, muss man im BIOS festlegen, dass der Rechner zuerst versuchen soll, vom CD- oder DVD-Laufwerk zu booten. Das eigentliche Setup-Programm ist laut Vahldiek ziemlich intuitiv. Während der Installation kann die Festplatte in einzelne Partitionen unterteilt werden. Die Partition mit dem Betriebssystem sollte mindestens 40 Gigabyte (GB) groß sein, empfehlenswert sind 100 GB oder mehr. Wichtige Programme sollten ebenfalls mit auf die Systempartition. Persönliche Dateien hingegen sind auf einem Extra-Laufwerk besser aufgehoben. Auch Spiele und ähnliche Programme können auf einer eigenen Partition untergebracht werden.

Sind die Partitionen festgelegt und Netzwerk-Treiber und Virenscanner installiert, ist der Rechner grundsätzlich wieder einsatzbereit. Doch jetzt fängt die eigentliche Arbeit erst an: Die einzelnen Treiber müssen wieder auf den Rechner. Dazu schaut man erst einmal in den Gerätetreiber, der über den Shortcut Windows- und Pausetaste oder über die Systemsteuerung aufgerufen werden kann. Dort sieht man auf den ersten Blick, wo noch Probleme lauern: Kann der Rechner eine Hardware nicht erkennen – etwa weil der Treiber fehlt – zeigt er dies mit einem roten oder gelben Ausrufezeichen an.

Windows 7 erkennt die wichtigsten Geräte meist von ganz allein, wie Vahldiek sagt. Auf der Windows-Homepage steht aber auch ein Upgrade-Advisor zum Download bereit, der Hardware, Geräte und installierte Programme schon vor der Installation von Windows 7 auf Kompatibilitätsprobleme überprüft. Das ist wichtig, wenn man ältere Geräte hat, die möglicherweise mit dem neuen Betriebssystem nicht ohne weiteres zusammenarbeiten und es ständig zum Absturz bringen können.

Zum Abschluss müssen alle Anwendungen neu installiert und konfiguriert werden. Dieser Schritt kann sehr aufwendig sein, warnt Vahldiek. Es werden viele Neustarts nötig, die sich nicht vermeiden lassen. Der Rechner fragt auch immer wieder: «Sind Sie sicher?» Davon sollte man sich nicht verrückt machen lassen, sagt der Experte. Die Warnmeldungen bloß nicht abschalten, sie sind für die Sicherheit des Systems sehr wichtig.

Die Neuinstallation eines Betriebssystems ist die ideale Gelegenheit, mal richtig auszumisten, neue Programme zu testen und Datenmüll loszuwerden – doch schneller werden Computer der neuesten Generation dadurch nicht mehr. Allerdings ist es keine schlechte Idee, ab und zu mal «msconfig» einzugeben und Programme aus dem Autostart zu entfernen, die man eigentlich nicht braucht. Von Zusatz-Suiten zur Beschleunigung rät Vahldiek ab: «Der beste Tipp, um Windows schlank und schnell zu halten, ist, keine Software zu installieren, die verspricht, Windows schlank und schnell zu machen.»

tf/mei/ddp
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