Zeitungskrise: Printverlage am Rande des Nervenzusammenbruchs

Die Zeitungskrise ist ja streng genommen nichts Neues, sondern nur der aktuelle Stand einer über zehn Jahre langen Entwicklung. Jetzt treffen sich die Chefs bedeutender Zeitungsverlage im kalifornischen San Diego, um Auswege zu diskutieren. Der Media Consultant Alan Mutter beschreibt in seinem Blog Newsosaur die Verzweiflung der Verlagsleiter.

Man zerbricht sich die Köpfe, wie man…
– einen Teil des jährlichen 100 Mio. USD Umsatzes auf Craigslist zurückbekommen
– von Newsaggregatoren Geld für die News bekommen
– einen Teil der jährlichen 10 Milliarden Suchmaschinenumsätze kriegen
– für Online-News vom Leser Geld verlangen kann.
Ich bin mir völlig darüber im Klaren, dass auf mich eh keiner hört (Naja, doch…), aber die Antwort heisst hier immer: Nein. Garnicht.

Online Content zu verkaufen, egal mit welchem Geschäftsmodell, ist sinnlos. Mag sein, dass es irgendwann eine Pauschalabgabe auf Internetanschlüsse geben wird, aber diese wird sicher nicht fallende Anzeigenerlöse ausgleichen können.

Die Situation der Zeitungen ähnelt nur ungefähr der Problematik der Unterhaltungsindustrien. Weil sie zwar rechtzeitig erkannt haben, dass man Inhalte im Weg nur kostenlos verteilen kann, diese aber im Angesicht des aktuellen wirtschaftlichen Jammertals trotzdem nicht vermarkten können.

Also? Der Ausweg? Ich sage: Keiner. Die goldenen Zeiten sind für Verlage vorbei. Und damit auch für Journalisten wie mich. Und schuld ist daran niemand, als die unaufhörliche Weiterentwicklung der Technik, die zuerst kontrollierbare Vertriebsmodelle für Text ermöglichte (Papier, Druckmaschinen) und dann kostengünstige, aber unkontrollierte (Internet, Digitalkopie).

So wie die Einführung der Massenproduktion weite Teile der Handwerkerpopulation arbeitslos machte (wer kauft noch Schuhe beim Schuster?), wird die Massen-Informations-Verteilung der elektronischen Medien Teile der Verlagsindustrien als überflüssig zurücklassen.

Ich finde, wir sollten uns deswegen aber keine Sorgen machen. Es ist eine Transformation, kein Niedergang. Kein Problem: Dann verdiene ich eben kein Geld mehr mit Text, sondern mit etwas anderem, und schreibe weiterhin in meiner Freizeit Blogs voll. Oder, was meint ihr?

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2 Comments

  1. Tommes 13. April 2009
  2. Tommes 13. April 2009

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