[UPDATE 2] [Winnenden] Killerspiele: Tim K. spielte vor Amoklauf Computerspiel „Far Cry 2“

Far Cry 2.Digitale Spurensuche im Netz: Informationen des „Spiegel“ zufolge soll der 17-Jährige Amokläufer von Winnenden, Tim K., noch am Abend vor der Tat das Ego-Shooter-Computerspiel „Far Cry 2“ gespielt. Dies hätte die Auswertung seines Computers ergeben, so das Nachrichtenmagazin.

Der Junge aus Weiler am Stein/Leutenbach soll am Abend vor dem Amoklauf gegen 19.30 Uhr das sogenannten „Open-World-Ego-Shooter“-Spiel gestartet haben und seinen Computer gegen 21.40 Uhr ausgeschaltet haben.

Bei dem von der Firma Ubisoft vertriebenen „Far Cry 2“ ist es die Aufgabe des Spielers, einen berüchtigten Waffenhändler in einem fiktiven Land in Afrika zu finden und zu ermorden. Beim Spiel existiert u.a. eine „selbstregenerierende zerstörbare Umwelt“. Laut Wikipedia erschien das Spiel in Deutschland 2008 ungeschnitten und ohne Jugendfreigabe. In den USA darf das Spiel nicht an Personen unter 16 Jahren verkauft werden.

Neben „Far Cry 2“ (siehe Screenshots und Cover-Photos unten und oben) soll Tim K. auch die Ballerspiele „Counter Strike“ und „Tactical Ops“ auf seinem Rechner installiert haben.

Diese neuen Informationen nähren die nun wieder anbrechenden Diskussionen um „Killerspiele“ (siehe hierzu: Winnenden und die Killerspiele)

„JawsPredator1“ alias Tim K. hinterlässt Spuren im Netz

Ausserdem soll Tim K. in seiner Berufsschule in Waiblingen über Amokläufe diskutiert haben und in Internet-Foren Meldungen zum Thema gepostet haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler war der Jugendliche unter mehreren Pseudonymen wie „JawsPredator1“ im Netz aktiv und hatte unter anderem bei der Plattform „MyVideo“ ein entsprechendes Profil.

Laut Spiegel soll Tim K. in einem der Diskussionsforen zum Schulmassaker von Erfurt sowie Emsdetten am 23. August 2008 unter dem Namen „JawsPredator1“ folgenden Kommentar hinterlassen haben: „Das witzige ist ja selbst wenn diejenigen es ankündigen glaubt es ihnen niemand.“

Eine Google-Suche nach „JawsPredator1“ ergibt u.a. Treffer bei den Web-Portalen GMX und Web.de, wo das folgende Profil hinterlegt ist:

Hallo ich bin „JawsPredator1“
Alter: 19
Geschlecht: männlich
Zuletzt online: 02.02.2009, 14:02 Uhr
Mitglied seit: 15.03.2008, 16:08 Uhr

Auch bei der im Rems-Murr-Kreis bei Teenagern ganz besonders populären Web-Community „Kwick“ existiert ein Mitgliedskonto unter dem Namen „JawsPredator“ – von der entsprechenden Profil-Seite der Webseite verlautet jedoch „dieses Mitglied hat sich vor 6 Tagen abgemeldet, JawsPredator am 08.03.2009 – 21:59:53 Uhr“. Sofern Tim K. hinter diesem Konto gesteckt haben sollte, hätte er sich also drei Tage vor dem Massaker bei Kwick.de abgemeldet.

Schiessübungen mit der späteren Tatwaffe

Tim’s Vater Jörg K. soll mittlerweile gegenüber der Polizei ausgesagt haben, dass Tim ihn mindestens dreimal zu Schiessübungen im örtlichen Schützenverein, dem SSV Leutenbach begleitete habe, zuletzt vor drei Wochen. Der Sohn habe darauf gedrängt, den Umgang mit den Waffen zu lernen. Die Übungen fanden mit der späteren Tatwaffe, einer Beretta, statt, so der Spiegel.

[UPDATE] Eltern: Tim war nicht in Psychotherapie

Die Eltern von Tim, Ute und Jörg K ., haben zudem heute über ihren Anwalt dementieren lassen, dass sich im Keller ihres Hauses in Weiler zum Stein/Leutenbach ein Schießstand befindet. In den vergangenen Tagen war mehrfach berichtet worden, der Ex-Realschüler habe dort regelmäßig mit Druckluftwaffen („Air-Guns“) geübt.

Ausserdem ließen die Eltern laut „Focus“ mitteilen, dass ihr Sohn niemals in psychotherapeutischer Behandlung gewesen sei und auch in keiner Klinik behandelt wurde.

Die Fragen nach dem „Warum“ bleiben also, und nicht nur die Polizei rätselt nach der schweren Ermittlungspanne jetzt weiter über das Motiv des Amokläufers. Denn anders als zunächst von Innenminister Rech verkündet, wurden auf dem beschlagnahmten PC des Todesschützen keine Belege für eine Ankündigung des Blutbads im Web gefunden.

Die gefälschte Ankündigung in einem Chat-Forum sorgt weiter für heftige Irritationen und belastet die Ermittlungen sehr.

[UPDATE 2] Der Fall Winnenden nimmt immer kroteskere Züge an: Nun zanken sich die Eltern von Tim K. mit Ermittlern und Ärzten darüber, ob der Teenager psychotherapeutisch behandelt wurden. Denn: Polizei, Staatsanwaltschaft und der Ärztliche Direktor des Klinikums am Weissenhof in Weinsberg, Matthias Michel, bestätigten erneut, Tim sei wegen Depressionen behandelt worden.

Laut Nachrichtenagneture AP sagte der Rechtsanwalt der Eheleute, Achim Bächle: „Es gab keine psychotherapeutische Behandlung des Jungen.“ Ambulante Behandlungen seien etwas ganz anderes, ergänzte er.

Eltern-Anwalt Bächle sagte, wegen der Äußerungen Michels behalte er sich presse- und strafrechtliche Schritte vor, auch gegen das Klinikum am Weissenhof in Weinsberg. Eine Psychotherapie sei eine regelmäßige, andauernde Behandlung. „Das war nicht der Fall“, sagte der Anwalt.

Laut Spiegel Online könnte der Grund für das Dementi der Eltern in dem Umstand finden, dass Tim K. mit der Beretta 92 seines Vaters um sich schoss. Sollte sich nämlich herausstellen, dass K. schon vor der Tat gefährlich erscheinende Auffälligkeiten an den Tag gelegt hatte, könnte sich der Vater einem Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegenübersehen.

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