Flexibler OLED-Display aus dem 3D-Drucker

23. Mai 2019 | by Jochen Siegle

OLED-Display 3D-Drucker

Ultrahochauflösende Displays mit gedruckten OLEDs: Die japanische Techfirma Joled entwickelt bereits seit längerem an der Herstellung von Oled-Displays aus dem 3D-Drucker. Nun hat das Unternehmen auf einer Branchenveranstaltung im Silicon Valley mehrere gedruckte Bildschirme gezeigt, die Inhalte in hoher 4K-Auflösung darstellen können.

Bestimmt sind die im Tintendruck hergestellte Oled-Displays nicht wie bisher üblich für Smartphones oder grossformatige Fernseher, sondern für hochwertige Computer-Monitore mittlerer Grösse oder den Einsatz in Fahrzeugen.

OLED-Display 3D-Drucker: Auch flexible Displays möglich

Joled hat ein Druckverfahren entwickelt, bei dem die Oled-Pixel auf Glassubstrate aufgedruckt werden. Die Drucktechnik gilt als kostengünstige Alternative zum herkömmlichen Verfahren zur OLED-Herstellung auf Basis von Gasphasenabscheidung und soll Oled-Displays zum Durchbruch im Massenmarkt verhelfen.

Unter den vorgeführten Modellen waren laut dem «c’t Magazin» etwa ein sehr kontraststarker 21,6-Zoll-Monitor mit 4K-Auflösung bei einer Pixeldichte von 204 dpi für den Einsatz im Medizinbereich. Daneben ein 4K-Monitor mit einer Bildschirmgrösse von 27 Zoll, einer Pixeldichte von 164 dpi sowie 10Bit-Farbtiefe.

OLED-Displays benötigen anders als LCD-Bildschirme keine Hintergrundbeleuchtung, denn die organischen Leuchtdioden emittieren selbst Licht. Dies ermöglicht nicht nur besonders flache und leichte, sondern auch flexible Bildschirme. Auch das ist mit der Drucktechnik machbar, wie Joled mit einem zur Säule gerolltem Bildschirm mit 204 dpi demonstriert.

Fokus auf mittelgrosse Displays

Joled ist 2015 gegründet worden, um die Entwicklung von Produktionsverfahren auf Basis von Drucktechnik voranzutreiben. Entstanden ist das Unternehmen aus dem Zusammenschluss der OLED-Abteilungen der japanischen Elektronikriesen Sony und Panasonic sowie dem Joint-Venture-Unternehmen Japan Display, einem Gemeinschaftsunternehmen von Sony, Toshiba und Hitachi für Flüssigkristallbildschirme (LCDs).

Nach einem ersten Pilotprojekt für den Serien-Druck von OLED-Produkten konnte bereits Ende 2017 das erste serienreif gedruckte 21,6-Zoll-Display hergestellt werden, das bereits in einem portablen OLED-Monitor von Asus, dem ProArt PQ22UC, mit 3.840 × 2.160 ultrahochaufgelösten Pixeln und einem Kontrast von 1.000.000:1, zum Einsatz kommt – allerdings bislang noch zu einem stolzen Preis.

Massenfertigung für OLED-Display 3D-Drucker ab 2020

Am Fertigungsstandort von Joled im Norden Japans entsteht aber derzeit eine neue Anlage für die Massenfertigung von OLED-Displaydrucken, die 2020 in Betrieb genommen werden und die Herstellung deutlich günstiger machen soll. Eine weitere Produktionsanlage wird seit April auch an einem zweiten Standort errichtet. Allein in dieser neuen Anlage sollen monatlich mehr als 200.000 Displays in mittleren Grössen – zwischen zehn und 32 Zoll – fertiggestellt werden.

Der Hersteller legt sein Augenmerk aus gutem Grund insbesondere auf mittelgrosse Displays. Mit dem neuen OLED-Druckverfahren sei es einfach, unterschiedlich grosse Bildschirme herzustellen, während man dagegen bei der herkömmlichen OLED-Herstellung gerade bei Displays mittlerer Grösse auf Schwierigkeiten stosse. Bei Fernsehern etwa werden OLED-Displays bislang nur mit grossflächigen Geräten angeboten.

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